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Saarbrücken. Das Korruptionsdezernat des Landespolizeipräsidiums ermittelt zurzeit gegen zwei ehemalige Mitarbeiter eines bekannten saarländischen Stahlbauunternehmens wegen Verdachts der gewerbsmäßigen Untreue, des Betruges und des Verrats von Betriebsgeheimnissen. Beschuldigt werden ein 49-jähriger Geschäftsführer und ein 50 Jahre alter Prokurist der GmbH. Bei der Lieferung und Montage von Brücken soll nach vorläufiger Berechnung ein Schaden in zweistelliger Millionenhöhe entstanden sein.

In diesem Zusammenhang wurden heute in Saarlouis und im Regionalverband Saarbrücken mehrere Wohnungen und eine Firma durchsucht. Gegen die beiden Männer, einen chinesischen und einen deutschen Staatsangehörigen, wurde Haftbefehl wegen Fluchtgefahr und Verdunkelungsgefahr erlassen. Sie wurden festgenommen und befinden sich jetzt in Untersuchungshaft.

Die beiden Männer werden beschuldigt, im Jahre 2013 als Repräsentanten ihres damaligen Arbeitgebers den Auftrag für den Bau einer Brücke in Norwegen für das Unternehmen angebahnt, den Vertrag letztlich aber zugunsten eines Konsortiums, das von ihnen selbst kontrolliert wurde, abgeschlossen zu haben.

Hierbei gingen sie wie folgt vor:
Nachdem im April 2013 die Anfrage des öffentlichen Auftraggebers für das Projekt bei dem saarländischen Unternehmen einging, bearbeiteten sie das Angebot, indem sie die Ressourcen ihres damaligen Arbeitgebers nutzten und hierzu auch nachgeordnete Mitarbeiter einsetzten; teilweise wurden sogar Mitarbeiter eigens zur Realisierung dieses Projekts eingestellt. Auch die sonstigen Unkosten im Zusammenhang mit der Planung gingen zu Lasten ihres damaligen Unternehmens.

Bei der Akquisition des Auftrages machten sie sich Hinweise auf die in der Branche bekannte Leistungsfähigkeit und Eignung des saarländischen Unternehmens zunutze.

Unter Verwendung der Referenzen und des Know How des saarländischen Vorzeigeunternehmens erhielten die Beschuldigten den Auftrag. Bei Vertragsabschluss unterzeichnete der Geschäftsführer dann jedoch für die Firmengruppe, an der er selbst beteiligt war.

Danach verließen der Geschäftsführer sowie der Prokurist das geschädigte Unternehmen auf eigenen Wunsch. Anschließend stiegen sie bei einem Unternehmen ein, das mutmaßlich eigens zur Realisierung dieses Auftrags gegründet worden war.

Der Auftragswert beläuft sich auf  ca. 92 Millionen Euro.

Die Ermittlungen dauern an.

[accordions ][accordion title=“Hinweis“ load=“hide“]Dies ist eine redaktionell unbearbeitete Mitteilung der saarländischen Polizei.[/accordion][/accordions]

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