Polizistenmord von Kusel – Hat sich die Tatnacht wirklich so zugetragen?

Nach den tödlichen Schüssen auf zwei junge Polizeibeamte aus dem Saarland gehen die Ermittlungen der Behörden weiter. Eine Frage beschäftigt die Ermittler ganz besonders: Was hat sich wirklich in der verhängnisvollen Nacht in der Nähe von Ulmet (bei Kusel in Rheinland-Pfalz) zugetragen? Einer der beiden Verdächtigen, Florian V. hat sich bereits in Verhören geäußert. Nun sind laut Nachrichtenmagazin ‚Focus‘ weitere Details von den Aussagen von V. bekannt geworden:

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Lockte Andreas S. die Polizistin in eine Falle?
Demnach waren beide mutmaßlichen Täter in der Tatnacht gerade mit den erlegten Tieren in und um ihren Van beschäftigt. V. sei etwas Abseits des Geschehens mit einem erlegten Damhirsch beschäftigt gewesen, als die Nacht ihre dramatische Wendung nahm. Polizisten Yasmin B. soll den Hauptverdächtigen Andreas S. zunächst am Van nach Führerschein und Fahrzeugschein gefragt haben. Zuvor hatten die Beamten per Funk an die Zentrale von ihrer Entdeckung mit dem Wild im Van und von ‚dubiosen Personen‘ berichtet. Im weiteren Verlauf soll die Polizistin dann nach S.‘ Jagdschein gefragt haben. Dieser entgegnete daraufhin, dass dieser im Van sei und er ihn holen würde. In diesem Moment schien S. bereits seine schlimme Tat geplant zu haben, denn dieser Jagdschein wurde ihm schon vor geraumer Zeit entzogen. Folglich soll S. in den Van gegangen sein, dort eine Schrotflinte gezückt und der überrumpelten Beamtin direkt in den Kopf geschossen haben.

„Find‘ meinen Ausweis! Sonst lege ich Dich neben die zwei.“ – Hat Andreas S. seinen Komplizen bedroht?
Der Kollege der erschossenen Polizistin, Polizeioberkommissar Alexander K., zog sich daraufhin zurück. Andreas S. soll dem ‚Focus‘ nach dann nach einem anderen Gewehr gegriffen haben. Der Polizist schoss sein Magazin leer, konnte S. und V. dabei allerdings nicht außer Gefecht setzen. Andreas S. aber traf ihn mit 4 Schüssen. Der Beamte starb wenig später an seinen schweren Verletzungen. Der – laut eigener Aussage – Tatbeobachter Florian V. soll dem Treiben ‚fassungslos‘ zugesehen haben. Nach den Schüssen auf die beiden Polizisten soll sich Andreas S. dann seinem Wildhelfer zugewandt haben und ihn mit den Worten „Find‘ meinen Ausweis! Sonst lege ich Dich neben die zwei.“ aufgefordert haben, den beim Schusswechsel verloren gegangen Personalausweis zu suchen. Mit der Taschenlampe eines der Polizisten sollen sie dann in der Dunkelheit vergeblich nach dem Ausweis gesucht haben. Sie fanden ihn allerdings nicht und so machten sie sich auf den Heimweg.

Polizei glaubt den Ausführungen von Florian V. nicht
Besonders makaber: Nach ihrer Rückankunft in ihrem Anwesen begannen die beiden Männer – dem ‚Focus‘ nach – als wäre nichts geschehen, damit die 22 Wildtiere, welche sie in der Nacht geschossen hatten, zu verarbeiten. Scheinbar machten sich die beiden keine Gedanken darüber, dass die Polizei ihnen mittels der gefundenen Ausweispapiere schon dicht auf den Fersen war. Dass sie das auch bis zuletzt nicht dachten, zeigt eine Privataufnahme eines der Täter nach seiner Ergreifung. Auf dem Bild hat er noch seine Metzgerschürze um.

Die Staatsanwaltschaft glaubt den Ausführungen von V. indes nicht. Sie geht weiterhin davon aus, dass beide Täter geschossen haben. Die kriminaltechnischen Untersuchungen diesbezüglich sind aktuell aber noch nicht abgeschlossen.

 

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