Illegale Tiertransporte gestoppt – Drei Schafe aus qualvoller Lage gerettet
In der Nacht vom 4. auf den 5. August 2025 kam es im Rahmen der Binnengrenzkontrollen an der BAB 8 Rastplatz Moseltal sowie an der Kontrollstelle Perl zu zwei aufeinanderfolgenden Einsätzen, die ein erschütterndes Licht auf den illegalen Tierhandel innerhalb Europas werfen. Im Zentrum beider Maßnahmen: ein weißer Kleintransporter vom Typ Iveco Daily mit französischem Kennzeichen – und drei misshandelte Schafe, eingepfercht in einem improvisierten Versteck.
Gegen 22:00 Uhr kontrollierten Einsatzkräfte im Rahmen der Binnengrenzkontrollen an der Raststätte Moseltal den Transporter. An Bord: zwei französische Staatsangehörige, beide 42 Jahre alt. Bereits beim Öffnen des Fahrzeugs fiel den Beamten ein intensiver Fäkaliengeruch auf. Bei der Durchsuchung des vollbeladenen Laderaums – zwischen Haushaltsgegenständen, Kleidung und Kinderspielzeug – entdeckten sie drei Schafe, eingesperrt in einem selbstgebauten Käfigsystem, versteckt hinter einer notdürftig angebrachten Sperrholzplatte und Heuballen.
Die Haltung der Tiere war nicht nur gesetzeswidrig, sondern auch grausam: kein Tageslicht, keine Luftzirkulation, kein Wasser oder Futter. Die Tiere – zwei Widder und ein weibliches Schaf – waren auf engstem Raum fixiert und offenbar für eine längere Transportstrecke in Richtung Osteuropa vorgesehen. Besonders brisant: Der Fahrer war bereits in der Vergangenheit wegen eines Verstoßes gegen das Tierschutzgesetz polizeilich auffällig geworden. Gegen ihn wurde ein erneutes Strafverfahren eingeleitet.
Nachdem das Fahrzeug im Verlauf des Abends zur Kontrollstelle nach Perl geleitet wurde, informierte die Integrierte Leitstelle Saarland gegen 23:05 Uhr den Tiernotruf Saarland e.V., der umgehend in den Einsatz ging. In enger Zusammenarbeit mit der Bundespolizei übernahm das Team vor Ort die Sicherstellung und Erstversorgung der Tiere.

Da zu dieser Zeit keine reguläre Unterbringungseinrichtung verfügbar war, wurde in enger Abstimmung mit den Behörden eine pragmatische Lösung gefunden: Der beschlagnahmte Transporter selbst wurde genutzt, um die Tiere mit vereinten Kräften auf einen gesicherten Bauernhof nach Nalbach zu bringen. Dort übergab man die Schafe der Obhut eines erfahrenen Landwirts, der eine artgerechte Unterbringung garantierte.
Die drei Tiere zeigten sich auffallend ruhig und an den Menschen gewöhnt, was auf eine vorherige Haltung mit engem menschlichen Kontakt hindeutet. Mit einem Gewicht von je 50 bis 70 Kilogramm war der Transport körperlich anspruchsvoll und erforderte mehrere Helfer. Der Einsatz wurde maßgeblich durch die Einsatzkoordinatorin Petra Gaubatz koordiniert, die mit Engagement und Durchhaltevermögen eine passende Lösung organisierte.
Dieser Vorfall unterstreicht erneut, mit welch skrupellosen Methoden Tiere durch Europa verbracht werden – oft unter Missachtung jeglicher ethischer, gesetzlicher und tierschutzrechtlicher Standards. Der schnelle und entschlossene Einsatz der Bundespolizei sowie des Tiernotruf Saarland e.V. verhinderte womöglich Schlimmeres. Die Ermittlungen gegen den Fahrer dauern an.




