Saarbrücken: Q-Park geht – die hohen Preise aber bleiben
Saarbrücken – Jahrzehntelang galt Q-Park in Saarbrücken als Inbegriff überzogener Parkpreise. Wer sein Auto im Zentrum abstellte, musste tief in die Tasche greifen – teurer als in fast jeder anderen deutschen Stadt. Entsprechend groß war die Hoffnung vieler, als bekannt wurde, dass der milliardenschwere Pachtvertrag zwischen der Landeshauptstadt und dem niederländischen Konzern vorzeitig endet.
Ab 31. Oktober übernimmt die städtische Gesellschaft für Kommunalanlagen (KBS) mehrere zentrale Parkhäuser und Flächen, darunter Rathaus, Hauptbahnhof, Congresshalle und Roonstraße. Der Generalpachtvertrag mit Q-Park wurde dafür 20 Jahre vor dem ursprünglichen Ende aufgelöst. Möglich wurde das nur durch einen komplizierten Deal, bei dem Q-Park im Gegenzug das Parkhaus an der Westspange erhielt.
Doch die Ernüchterung folgt auf dem Fuß. Anstatt den Befreiungsschlag mit einer Entlastung der Autofahrer zu verbinden, hält die Stadt die Gebühren auf Rekordniveau. Die Begründung: Man brauche die Einnahmen, um Sanierungen, Abrisse und Neubauten zu stemmen. Das hat die Stadt jetzt gegenüber der Saarbrücker Zeitung (SZ) bestätigt.
Besonders bitter: Saarbrücken gehört schon heute zu den teuersten Parkstädten Deutschlands. Während anderswo zwei Euro pro Stunde üblich sind, liegen die Tarife hier deutlich darüber. Die Erwartung, die Stadt würde nach der Q-Park-Ära bürgerfreundlicher handeln, ist damit enttäuscht.
Unterm Strich bleibt ein Treppenwitz: Der unbeliebte Konzern zieht sich zurück, doch die Stadt übernimmt seine Rolle. Wer auf günstigere Parkgebühren gehofft hatte, muss erkennen – Saarbrücken bleibt Hochpreisinsel. JETZT den neuen Blaulichtreport Saarland WhatsApp-Kanal abonnieren und IMMER DIREKT auf dem Laufenden bleiben (hier klicken)



