Massiver Tanktourismus nach Luxemburg – Vorsicht: Zoll kontrolliert!
Saarland/Luxemburg – Die stark gestiegenen Spritpreise in Deutschland treiben derzeit immer mehr Autofahrer aus dem Saarland über die Grenze nach Luxemburg. Während hierzulande die Kosten an den Zapfsäulen weiter hoch bleiben, ist Benzin und Diesel im Großherzogtum teilweise bis zu rund 50 Cent pro Liter günstiger.
Für viele Pendler und Autofahrer lohnt sich der kurze Weg ins Nachbarland deshalb zunehmend – selbst bei einer längeren Anfahrt. Wie stark der sogenannte Tanktourismus inzwischen geworden ist, zeigt ein Erlebnis unseres Lesereporters Bennzki. Als er am gestrigen Mittwochabend (4. März 2026) bei Schengen von der Autobahn abfahren wollte, um sein Auto zu betanken, wartete bereits eine lange Schlange von Fahrzeugen vor den Tankstellen.
Der Andrang war so groß, dass sich die Autos bis auf die Zufahrtsstraßen zurückstauten. Wer aktuell zum Tanken nach Luxemburg fährt, sollte deshalb mehr Zeit einplanen. Besonders am späten Nachmittag, nach Feierabend sowie am Wochenende ist an Tankstellen in Remich, Schengen oder auch Wasserbillig mit starkem Andrang zu rechnen. Wartezeiten von 30 Minuten oder länger sind derzeit keine Seltenheit. Wer es ruhiger haben möchte, sollte – wenn möglich – eher zur Mittagszeit oder spät am Abend tanken.
Viele Autofahrer nutzen den Preisvorteil nicht nur für eine Tankfüllung, sondern nehmen zusätzlich Kraftstoff in Kanistern mit. Doch Vorsicht: Hier gelten klare Regeln. Der Deutsche Zoll kontrolliert regelmäßig den grenzüberschreitenden Warenverkehr und achtet dabei auch auf mögliche Verstöße gegen steuerrechtliche Vorschriften beim Transport von Kraftstoff.
Die Bundespolizei weist jedoch darauf hin, dass ihre aktuellen Kontrollen an der deutsch-luxemburgischen Grenze nicht speziell auf sogenannte „Tanksünder“ abzielen. Die Maßnahmen erfolgen im Rahmen der seit September 2024 wiedereingeführten Binnengrenzkontrollen und dienen vor allem der Bekämpfung unerlaubter Migration sowie grenzüberschreitender Kriminalität.
Sollten bei solchen Fahrzeugkontrollen Auffälligkeiten festgestellt werden – etwa größere Mengen Kraftstoff in Kanistern – kann die Bundespolizei gegebenenfalls die zuständigen Behörden, beispielsweise den Zoll, hinzuziehen – wie Bilder unserer Lesereporterin Nadja zeigen.

Bitte beachtet: Bei der Einreise nach Deutschland ist neben der Tankfüllung nur ein Reservekanister mit bis zu 20 Litern Kraftstoff steuerfrei erlaubt. Wird diese Menge überschritten, können zusätzliche Energiesteuern fällig werden. Für Benzin etwa können rund 0,90 Euro pro Liter, für Diesel etwa 0,70 Euro pro Liter an Abgaben erhoben werden.

Ganz neu ist das Phänomen allerdings nicht. Bereits während der Corona-Zeit sorgten Tanktouristen für ungewöhnliche Szenen an den Zapfsäulen im Nachbarland. Damals kursierten sogar Videos von Autofahrern, die mit riesigen IBC-Containern auf Anhängern nach Luxemburg fuhren, um möglichst viel günstigen Kraftstoff mitzunehmen – Aufnahmen, die auch in den sozialen Netzwerken viral gingen. Damals lag die Ersparnis pro Liter Benzin aber auch bei rund 70 Cent je Liter. Hier noch mal unser Video von damals:
Noch sind die aktuellen Zustände davon zwar entfernt, doch der Trend zeigt deutlich: Der Tanktourismus ins kleine Großherzogtum erlebt derzeit ein Comeback.
UPDATE: Nach Veröffentlichung des Artikels stellte die Bundespolizei klar, dass ihre aktuellen Grenzkontrollen nicht gezielt auf Tanktourismus ausgerichtet sind. Die Maßnahmen erfolgen im Rahmen der wiedereingeführten Binnengrenzkontrollen zur Bekämpfung unerlaubter Migration und grenzüberschreitender Kriminalität. JETZT den neuen Blaulichtreport Saarland WhatsApp-Kanal abonnieren und IMMER DIREKT auf dem Laufenden bleiben (hier klicken)



