(Mit Video) Tierisches Wettrennen auf der A620 – mit brenzligem Beigeschmack
Saarbrücken – (Video am Ende des Beitrags) Ein ungewöhnlicher Anblick sorgte am Freitagmorgen (24. April 2026) auf der A620 für Staunen – und durchaus auch für Gefahr. Gegen 6:42 Uhr beobachtete unsere Lesereporterin Mandy als Beifahrerin kurz nach der Auffahrt Klarenthal in Richtung Gersweiler eine Rotte Wildschweine, die parallel zur Autobahn unterwegs war. Sieben Kilometer vor Saarbrücken entwickelte sich für einen Moment ein fast schon skurriler „Wettlauf“ zwischen Auto und Wildtieren – ein Bild, das zunächst für Schmunzeln sorgt.
Doch so amüsant die Szene auf den ersten Blick wirken mag: Die Situation hätte jederzeit kippen können. Wildschweine sind unberechenbar, und gerade bei einer Rotte kann es schnell passieren, dass einzelne Tiere plötzlich die Fahrbahn kreuzen. Bei Autobahngeschwindigkeiten bleibt Autofahrern in solchen Momenten kaum Reaktionszeit.
Besonders brisant: Autobahnen sind in der Regel durch Wildschutzzäune gesichert, um genau solche Situationen zu verhindern. Dass die Tiere dennoch so nah an die Fahrbahn gelangen konnten, deutet auf mögliche Schwachstellen hin – etwa beschädigte Zaunanlagen, offene Durchlässe oder Bereiche, in denen sich Wild durchgraben hat. Wie genau die Wildschweine in diesem Fall in Autobahnnähe gelangten, ist unklar.
Die Gefahr durch Wildunfälle wird häufig unterschätzt. Ein ausgewachsenes Wildschwein kann je nach Alter und Geschlecht zwischen 80 und über 150 Kilogramm wiegen – große Keiler sogar noch mehr. Trifft ein Fahrzeug bei 80 km/h (der aktuell zulässigen Geschwindigkeit auf dem betroffenen Abschnitt) auf ein solches Tier, wirken enorme Kräfte. Die Aufprallenergie entspricht mehreren Tonnen Belastung – vergleichbar mit einem Frontalaufprall auf ein massives Hindernis. Für Insassen kann das schwerste Verletzungen zur Folge haben, für das Tier endet ein solcher Zusammenstoß in der Regel tödlich.
In diesem Fall ging alles glimpflich aus. Die Wildschweine blieben neben der Fahrbahn, ein Unfall blieb aus. Dennoch zeigt der Vorfall eindrücklich, wie schnell aus einer kuriosen Beobachtung eine gefährliche Situation werden kann. Und die eingangs gestellte Frage? Wer den „Wettlauf“ gewonnen hat, bleibt wohl offen – am Ende war es vor allem Glück, das hier den Ausschlag gab.
Hier ein Video von dem „Rennen“:



