Sprengstoff als Drogenpaket getarnt: So kam es zur tödlichen Explosion in Völklingen

Völklingen – Nach der tödlichen Explosion in einer Bahnunterführung in Völklingen in der Nacht zum 18. April hat die Staatsanwaltschaft Saarbrücken nun erstmals detailliertere Informationen zum mutmaßlichen Ablauf der Tat veröffentlicht. Die Ermittlungen werden von der Sonderkommission „Glas“ der Landespolizeidirektion geführt und laufen weiterhin auf Hochtouren.

Im Mittelpunkt steht ein 45-jähriger Mann aus dem Regionalverband Saarbrücken, gegen den sich nach aktuellem Stand ein dringender Tatverdacht ergeben hat. Er soll einem ihm bekannten 32-jährigen Mann ein Paket übergeben haben. Das spätere Opfer ging offenbar davon aus, dass sich darin Betäubungsmittel befanden. Tatsächlich soll das Paket jedoch einen Sprengsatz enthalten haben.

Nach bisherigen Erkenntnissen deponierte der 32-Jährige das Paket zunächst an einer uneinsehbaren Stelle in der Nähe des späteren Explosionsortes. In der Nacht nahm er es wieder an sich und öffnete es in der Nähe der Unterführung. In diesem Moment kam es zur Explosion, an deren Folgen der Mann verstarb. Mehrere weitere Personen wurden verletzt, zwei von ihnen schweben weiterhin in Lebensgefahr.

Die Staatsanwaltschaft geht derzeit davon aus, dass die Tat heimtückisch begangen wurde und ein gemeingefährliches Mittel eingesetzt wurde. Entsprechend lautet der Vorwurf gegen den Beschuldigten auf Mord, versuchten Mord sowie gefährliche Körperverletzung in mehreren Fällen.

Der 45-Jährige ist für die Ermittler kein Unbekannter: Bereits zuvor wurde gegen ihn wegen Verstößen gegen das Sprengstoffgesetz ermittelt. Bei einer Durchsuchung seiner Wohnung fanden die Beamten unter anderem Chemikalien, die zur Herstellung von Sprengstoffen geeignet sind, sowie Betäubungsmittel. Der Mann wurde festgenommen und befindet sich seit dem 22. April in Untersuchungshaft, nachdem ein Haftbefehl durch das Amtsgericht Saarbrücken erlassen wurde.

Zu den genauen Hintergründen der Tat sowie zu weiteren Details – insbesondere zum verwendeten Sprengstoff – machen die Behörden derzeit keine Angaben. Die Ermittlungen dauern an und werden weiterhin in alle Richtungen geführt. Zudem gilt für den Beschuldigten bis zu einer rechtskräftigen Verurteilung die Unschuldsvermutung. JETZT den neuen Blaulichtreport Saarland WhatsApp-Kanal abonnieren und IMMER DIREKT auf dem Laufenden bleiben (hier klicken)

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