Anke Rehlinger fordert Spritpreis-Modell nach Luxemburger Vorbild

Saarbrücken – Die saarländische Ministerpräsidentin Anke Rehlinger hat sich für die Einführung eines staatlich geregelten Kraftstoffpreis-Modells nach Luxemburger Vorbild ausgesprochen. In einem Interview mit dem Fernsehsender Welt erklärte die SPD-Politikerin, dass der ausgelaufene Tankrabatt das eigentliche Problem nicht gelöst habe. Statt Verbraucher dauerhaft mit Steuergeld zu entlasten, müsse bei der Preisgestaltung der Mineralölkonzerne angesetzt werden.

Rehlinger kritisierte die Unternehmen deutlich. Es könne keine dauerhafte Lösung sein, immer wieder staatliche Zuschüsse einzusetzen, um hohe Kraftstoffpreise auszugleichen. Mit Blick auf Luxemburg sagte sie, dort funktioniere seit vielen Jahren ein Modell, das auch für Deutschland eine interessante Alternative sein könne.

Anders als in Deutschland werden die Kraftstoffpreise in Luxemburg nicht von jeder Tankstelle individuell festgelegt. Das zuständige Wirtschaftsministerium bestimmt mehrmals pro Woche einen landesweit gültigen Höchstpreis für Diesel und Benzin. Grundlage sind unter anderem die aktuellen Weltmarktpreise.

Keine Tankstelle darf diesen staatlich festgelegten Preis überschreiten. Da sich ein deutliches Unterbieten wirtschaftlich meist kaum lohnt, verlangen die großen Mineralölgesellschaften nahezu überall denselben Preis. Lediglich einige freie Tankstellen bieten vereinzelt Rabatte von ein bis drei Cent pro Liter an.

Für Autofahrer bedeutet das vor allem Planungssicherheit: Es gibt keine Unterschiede zwischen Autobahntankstellen und Tankstellen im Ortskern, keine Preisänderungen im Tagesverlauf und keine höheren Kraftstoffpreise an Feiertagen oder zu Ferienbeginn.

Wie groß der Unterschied derzeit ausfällt, zeigt ein aktueller Preisvergleich. Diesel kostet in Luxemburg derzeit rund 1,64 Euro pro Liter, während in Deutschland zuletzt Spitzenpreise von 2,11 Euro erreicht wurden. Das entspricht einer Ersparnis von 47 Cent pro Liter.

Auch beim Benzin liegt Luxemburg deutlich unter dem deutschen Preisniveau. Für Super 95 werden dort rund 1,69 Euro verlangt. Je nach Kraftstoffsorte sparen Autofahrer gegenüber Deutschland zwischen 45 und 53 Cent pro Liter.

Wer einen 60-Liter-Tank vollständig in Luxemburg füllt, spart dadurch aktuell je nach Kraftstoff zwischen 27 und 32 Euro – bei nur einer Tankfüllung.

Bemerkenswert ist dabei, dass Luxemburg keine eigenen Raffinerien besitzt. Der Kraftstoff stammt aus denselben Raffinerie- und Tanklagerzentren wie ein Großteil des westdeutschen Sprits, unter anderem aus Antwerpen, Rotterdam oder dem Rheinland. Der Preisunterschied entsteht daher nicht durch günstigere Einkaufsbedingungen, sondern vor allem durch das dortige Preissystem sowie eine niedrigere CO₂-Abgabe.

Zudem profitiert Luxemburg wirtschaftlich vom sogenannten Tanktourismus. Täglich fahren zahlreiche Autofahrer aus Deutschland, Belgien und Frankreich über die Grenze, um dort günstiger zu tanken. Für das Großherzogtum ist dies seit Jahren ein bedeutender Wirtschaftsfaktor.

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