Motorrad rein – aber wie wieder raus? Saarbrücker Schilder-Irrsinn sorgt für Kopfschütteln
Saarbrücken – Wer mit dem Motorrad zum Saarbrücker Hauptbahnhof fährt, sollte neben Helm und Führerschein vielleicht noch etwas anderes dabeihaben: eine gehörige Portion Orientierungssinn. Denn eine aktuelle Verkehrsregelung im Bereich des Bahnhofs stellt Zweiradfahrer vor eine durchaus interessante Frage: Wie kommt man eigentlich wieder raus?
Die Situation wirkt auf den ersten Blick fast wie ein Schildbürgerstreich. Im Bereich vor dem Saarforum weisen auffällige Verbotsschilder darauf hin, dass Motorräder einen bestimmten Verkehrsweg nicht benutzen dürfen. Besonders bemerkenswert wird die Sache an der Ausfahrt: Dort prangt unübersehbar das Verbot für Krafträder samt Hinweis: „Ausfahrt über die Gleisanlage gesperrt.“
Für Autofahrer ist die Sache offenbar unkompliziert. Pkw und sogar größere Fahrzeuge können die vorgesehene Verkehrsführung nutzen und ihre Fahrt fortsetzen. Wer dagegen auf zwei motorisierten Rädern unterwegs ist, steht sprichwörtlich vor einem Schild – und möglicherweise vor einem kleinen logistischen Rätsel.
Denn angenommen, ein Motorradfahrer befindet sich bereits im entsprechenden Bahnhofsbereich: Wohin nun? Umdrehen und entgegen der vorgesehenen Fahrtrichtung zurückfahren? Sicher keine besonders empfehlenswerte Variante. Das Motorrad kurzerhand durch die Fußgängerbereiche rund um die Europagalerie schieben oder gar fahren? Ebenfalls eher keine Lösung, die man in der Fahrschule beigebracht bekommt.
Vielleicht gibt es irgendwo einen geheimen Motorrad-Ausgang. Eine Art „Gleis 9¾“ für Biker, sichtbar nur für Menschen mit Motorradführerschein. Ausgeschildert scheint die naheliegende Lösung jedenfalls nicht gerade zu sein.
Besonders kurios wirkt die Regelung deshalb, weil Motorräder normalerweise deutlich kleiner und leichter sind als Autos oder Lastwagen. Warum ausgerechnet sie die betreffende Ausfahrt nicht benutzen dürfen, während deutlich größere Fahrzeuge passieren können, erschließt sich zumindest beim bloßen Blick auf die Beschilderung nicht.

Natürlich kann hinter der Regelung ein durchaus nachvollziehbarer technischer oder sicherheitsrelevanter Grund stecken – etwa die Beschaffenheit der Gleisanlage oder eine besondere Gefahrenlage für einspurige Fahrzeuge. Nur: Dann bleibt immer noch die entscheidende Frage, welche alternative Route Motorradfahrer nehmen sollen.

Bis diese Frage geklärt ist, könnte man die Saarbrücker Verkehrsführung jedenfalls mit einem neuen inoffiziellen Motto versehen: Mit dem Motorrad zum Bahnhof? Reinfahren auf eigene Gefahr – zumindest, wenn man irgendwann wieder raus möchte. JETZT den neuen Blaulichtreport Saarland WhatsApp-Kanal abonnieren und IMMER DIREKT auf dem Laufenden bleiben (hier klicken)



