Schluss mit Funklöchern? Saarland fährt jetzt 2.500 Kilometer zum Netz-Check ab
Saarbrücken – Auf der Mobilfunkkarte sieht das Saarland inzwischen ziemlich gut aus. Wer allerdings unterwegs telefoniert, Musik streamt oder Daten verschicken will, kennt sie trotzdem: Stellen, an denen plötzlich kaum noch etwas geht. Genau diese Unterschiede zwischen errechneter Netzabdeckung und tatsächlichem Empfang will die Landesregierung jetzt genauer untersuchen. Dafür läuft eine großangelegte Messaktion im gesamten Saarland.
In den kommenden Wochen werden rund 2.500 Kilometer Straßennetz professionell abgefahren und die Mobilfunkqualität vor Ort gemessen. Beauftragt wurde damit der Dienstleister aconium GmbH. Im Fokus stehen Autobahnen sowie Bundes- und Landesstraßen. Doch die Messfahrzeuge sollen ausdrücklich auch dorthin kommen, wo normalerweise weniger Verkehr herrscht.
Besonders interessant sind dabei bekannte Problemzonen. Während der bundesweiten Mobilfunkmesswochen hatten zahlreiche Saarländer selbst ihren Empfang getestet und Schwachstellen dokumentiert. Auffällige Bereiche aus diesen Messungen sollen nun gezielt überprüft werden. Zusätzlich werden abgelegene Ortsteile untersucht, die nicht unmittelbar am Bundes- oder Landesstraßennetz liegen.
Der Hintergrund: Statistisch ist das Saarland bereits sehr gut versorgt. Nach Angaben der Landesregierung liegt die Mobilfunkversorgung inzwischen über dem Bundesdurchschnitt. LTE und 5G stehen den Haushalten laut Daten des Bundes nahezu flächendeckend zur Verfügung. Allerdings basieren solche Versorgungskarten zum Teil auf Modellrechnungen – und die können vom Empfang abweichen, den Menschen tatsächlich auf ihrem Smartphone erleben.
Digitalminister Jürgen Barke will deshalb wissen, wo es in der Praxis noch hakt. Entscheidend sei nicht allein eine gute Quote auf dem Papier. Menschen müssten sich beim Telefonieren, mobilen Arbeiten oder Übertragen von Daten auf ihre Verbindung verlassen können. Die neuen Messwerte sollen deshalb konkrete Hinweise darauf liefern, an welchen Stellen Verbesserungen notwendig sind.
Die Ergebnisse sollen anschließend unter anderem in Gespräche mit den Mobilfunknetzbetreibern einfließen und auch dem Bund zur Verfügung gestellt werden. Nach Angaben des Digitalministeriums ist die Aktion in dieser Größenordnung bundesweit bislang einmalig: Noch nie sei die Mobilfunkversorgung eines kompletten Bundeslandes in einer konzentrierten Messkampagne derart umfassend überprüft worden. Für die Saarländer dürfte am Ende vor allem eine Frage interessant sein: Wo sind sie noch, die hartnäckigen Funklöcher? JETZT den neuen Blaulichtreport Saarland WhatsApp-Kanal abonnieren und IMMER DIREKT auf dem Laufenden bleiben (hier klicken)



