Schon wieder Streik bei der Saarbahn – es ist einfach kein Ende in Sicht!
Saarbrücken – Für Pendler, Schüler und andere Fahrgäste beginnt das inzwischen bekannte Spiel von vorne: Die Gewerkschaft Deutscher Lokomotivführer (GDL) ruft bei der Saarbahn erneut zum Streik auf. Der Ausstand soll am Mittwoch, 22. Juli, um 12 Uhr beginnen. Wann er endet, will die Gewerkschaft gesondert bekannt geben.
Damit müssen sich die Fahrgäste erneut auf erhebliche Einschränkungen einstellen. Seit Wochen zieht sich der Tarifkonflikt hin – mit wiederkehrenden Streiks, zwischen denen bislang keine Einigung erzielt werden konnte. Die Konsequenzen tragen vor allem Menschen, die auf den öffentlichen Nahverkehr angewiesen sind.
Die GDL gibt der Saarbahn die Verantwortung für die erneute Eskalation. Nach Darstellung der Gewerkschaft habe das Unternehmen seit dem vergangenen Streik eine weitere Woche verstreichen lassen, ohne ein „verhandlungsfähiges Angebot“ vorzulegen oder an den Verhandlungstisch zurückzukehren. Die Gewerkschaft spricht von einer fortgesetzten „Verweigerungshaltung“.
Allerdings zeigt die aktuelle Mitteilung nur eine Seite des Tarifkonflikts. Warum die Saarbahn die von der GDL geforderten Schritte bislang nicht mitgeht und welche konkreten tariflichen, wirtschaftlichen oder rechtlichen Positionen das Unternehmen den Forderungen entgegenhält, geht daraus nicht hervor. Ohne eine aktuelle Stellungnahme der Saarbahn lassen sich die Gründe für deren Haltung deshalb nicht seriös bewerten.
Der Konflikt ist zudem komplexer als eine reine Auseinandersetzung um mehr Geld. Aus den Ausführungen der GDL geht hervor, dass es auch um die gewerkschaftliche Vertretung der Beschäftigten und das Verhältnis unterschiedlicher Arbeitnehmervertretungen innerhalb des Unternehmens geht. Die GDL wirft der Saarbahn vor, Gewerkschaften gegeneinander auszuspielen. Auch hierbei handelt es sich um die Darstellung der Gewerkschaft.
Rückhalt sieht die GDL bei ihren Mitgliedern: Nach eigenen Angaben stimmten bei der Urabstimmung 100 Prozent für Arbeitskampfmaßnahmen. Auch die bisherigen Streiks seien von einer vollständigen Beteiligung der aufgerufenen Beschäftigten getragen worden.
Für die Fahrgäste dürfte die Frage nach der Schuld inzwischen zunehmend zweitrangig werden. Sie erleben seit Wochen einen Konflikt, auf dessen Lösung sie keinen Einfluss haben, dessen Folgen sie aber unmittelbar tragen müssen.
Beide Tarifparteien stehen deshalb zunehmend in der Verantwortung, einen Weg aus der festgefahrenen Situation zu finden. Denn unabhängig davon, wer am Ende welche Forderungen durchsetzt: Solange keine Einigung gelingt, sind es vor allem die Pendler und übrigen Fahrgäste, die für den Tarifstreit mit Zeit, Unsicherheit und immer neuen Einschränkungen bezahlen. JETZT den neuen Blaulichtreport Saarland WhatsApp-Kanal abonnieren und IMMER DIREKT auf dem Laufenden bleiben (hier klicken)



