Trauriger Rekord: Hitze fordert im Saarland so viele Menschenleben wie nie zuvor
Saarland – Die außergewöhnlich hohen Temperaturen der vergangenen Wochen haben im Saarland offenbar schwerwiegendere Folgen als jemals zuvor. Nach aktuellen Schätzungen des Robert Koch-Instituts (RKI) sind seit Jahresbeginn rund 330 Menschen infolge der Hitze gestorben. Damit erreicht das Bundesland den höchsten bislang erfassten Wert seit Beginn der verfügbaren Aufzeichnungen Anfang der 1990er-Jahre.
Besonders auffällig war die Entwicklung Ende Juni. In jener Woche, in der im Saarland regional Temperaturen von mehr als 40 Grad gemessen wurden, lag die Zahl der Todesfälle deutlich über dem statistisch zu erwartenden Niveau. Das RKI geht davon aus, dass allein in dieser Phase außergewöhnlich viele hitzebedingte Sterbefälle auftraten. Bundesweit beläuft sich die geschätzte Zahl inzwischen auf knapp 10.000 Hitzetote.
Die Zahlen bedeuten jedoch nicht, dass alle Betroffenen unmittelbar an der Hitze gestorben sind. Das Robert Koch-Institut ermittelt sogenannte hitzebedingte Übersterblichkeit. Dafür wird berechnet, wie viele Menschen während einer Hitzewelle zusätzlich sterben, verglichen mit der normalerweise zu erwartenden Zahl an Todesfällen. Die Differenz wird statistisch der außergewöhnlichen Hitzebelastung zugerechnet.
Mediziner weisen darauf hin, dass hohe Temperaturen vor allem für ältere Menschen sowie Personen mit Vorerkrankungen ein erhebliches Risiko darstellen. Erkrankungen des Herz-Kreislauf-Systems, der Lunge oder der Nieren können sich durch anhaltende Hitze deutlich verschlechtern. Hinzu kommt, dass viele Betroffene zu wenig trinken oder das natürliche Durstgefühl im Alter nachlässt. Auch bestimmte Medikamente können den Körper zusätzlich belasten und die Wärmeregulation beeinträchtigen.
Lebensbedrohlich wird Hitze insbesondere dann, wenn der Körper seine Temperatur nicht mehr ausreichend regulieren kann. Das kann beispielsweise bei intensiver körperlicher Belastung in der Sonne oder beim Aufenthalt in überhitzten Fahrzeugen passieren. In solchen Fällen drohen Hitzschlag und Organversagen. Experten raten deshalb dringend dazu, körperliche Anstrengungen in die kühleren Morgen- oder Abendstunden zu verlegen, ausreichend zu trinken und gefährdete Angehörige regelmäßig zu unterstützen.
Die aktuellen Zahlen machen deutlich, welche Auswirkungen die zunehmenden Hitzewellen inzwischen auch im Saarland haben. Während extreme Temperaturen früher eher Ausnahmen waren, treten sie inzwischen deutlich häufiger auf. Gesundheitsexperten sehen darin eine Entwicklung, auf die sich sowohl das Gesundheitswesen als auch die Bevölkerung künftig noch stärker einstellen müssen. JETZT den neuen Blaulichtreport Saarland WhatsApp-Kanal abonnieren und IMMER DIREKT auf dem Laufenden bleiben (hier klicken)



