Pünktlich zum ersten FCS-Heimspiel: Polizei fordert Kostenbeteiligung der Vereine
Saarbrücken – Pünktlich zum ersten Heimspiel des 1. FC Saarbrücken am heutigen Sonntagnachmittag (9. August 2026) erneuert die Deutsche Polizeigewerkschaft (DPolG) Saarland ihre Forderung nach einer stärkeren Kostenbeteiligung der Vereine bei Hochrisikospielen.
Hintergrund ist das heutige Drittliga-Duell gegen Rot-Weiss Essen, das von den Sicherheitsbehörden als sogenanntes Rot-Spiel mit erhöhtem Gefahrenpotenzial eingestuft wird. Für die Begegnung im Ludwigsparkstadion ist erneut ein Großaufgebot der Polizei im Einsatz.
Neben zahlreichen saarländischen Beamten unterstützen auch Einsatzkräfte aus anderen Bundesländern sowie der Bundespolizei die Maßnahmen rund um das Spiel. „Unsere Kolleginnen und Kollegen leisten heute wieder einen enormen Kraftakt. Sie sorgen dafür, dass tausende Menschen ein Fußballspiel besuchen können, während gleichzeitig der normale Polizeialltag weiterlaufen muss“, erklärt DPolG-Landesvorsitzender Markus Sehn.
Die Polizei könne die Kosten solcher außergewöhnlichen Einsatzlagen nicht dauerhaft allein tragen. Nach Angaben des saarländischen Innenministeriums musste das Saarland seit März 2023 rund 1,32 Millionen Euro für Unterstützungskräfte anderer Bundesländer und der Bundespolizei aufbringen. Allein bei den sieben Hochrisikospielen des 1. FC Saarbrücken in der Saison 2025/2026 waren durchschnittlich 551 Polizeikräfte im Einsatz.
Die DPolG begrüßt deshalb grundsätzlich die Pläne der Landesregierung, eine gesetzliche Grundlage für eine Kostenbeteiligung der Veranstalter zu schaffen. Aus Sicht der Gewerkschaft müsse die geplante Regelung jedoch rechtssicher ausgestaltet werden. Insbesondere dürfe die Erhebung der Gebühren nicht lediglich als sogenannte „Kann-Vorschrift“ ausgestaltet sein.
Die Gewerkschaft verweist dabei auf die Entscheidung des Bundesverfassungsgerichts aus dem Jahr 2025, das eine Kostenbeteiligung bei Hochrisikospielen grundsätzlich für zulässig erklärt hatte. Jetzt gelte es, diese Möglichkeit auch im Saarland rechtssicher umzusetzen.
Gleichzeitig betont die DPolG, dass sich ihre Forderungen ausdrücklich nicht gegen den Fußball oder die große Mehrheit der friedlichen Fans richten. Mit Blick auf das heutige Spiel appelliert sie an beide Fanlager, für einen ruhigen und störungsfreien Spieltag zu sorgen und den eingesetzten Polizeikräften keinen zusätzlichen Anlass zum Einschreiten zu geben. JETZT den neuen Blaulichtreport Saarland WhatsApp-Kanal abonnieren und IMMER DIREKT auf dem Laufenden bleiben (hier klicken)



