70 Zentimeter Metall im Erdreich: Dieser Raritäten-Fund lässt Feuerwehr aufhorchen
Blieskastel – Dieser Fund dürfte einem Baggerfahrer zunächst einen gehörigen Schrecken eingejagt haben: Bei Tiefbauarbeiten am Blieskasteler Schloßberg kommt Mitte vergangener Woche plötzlich ein verdächtiger metallischer Gegenstand zum Vorschein. Rund 70 Zentimeter lang, etwa 15 Zentimeter dick und an einem Ende mit einer auffälligen gewindeartigen Form. Schnell steht ein beunruhigender Verdacht im Raum: Liegt hier möglicherweise eine alte Bombe im Erdreich?
Die Feuerwehr Blieskastel-Mitte wird alarmiert. Auf den Meldeempfängern der Einsatzkräfte erscheint eine Meldung, die auch für erfahrene Feuerwehrleute alles andere als alltäglich ist: „Fund Bombe bei Bauarbeiten“. Die Einsatzkräfte machen sich auf den Weg zum Schloßberg, wo derzeit Kabel- und Tiefbauarbeiten durchgeführt werden.
In Höhe der Schloßkirche treffen die Feuerwehrleute auf den Baggerführer. Er zeigt ihnen die Stelle – und unter der Baggerschaufel liegt tatsächlich ein Gegenstand, der auf den ersten Blick durchaus wie ein alter Kampfmittelkörper aussehen könnte. Obwohl Blieskastel nach Angaben der Feuerwehr während des Krieges weitgehend von Bombardierungen verschont geblieben war, nehmen die Einsatzkräfte den Fund entsprechend ernst.
Der Bereich wird zunächst abgesperrt. Nun heißt es warten, bis ein bereits alarmierter Kampfmittelsachkundiger eintrifft. Der Experte ist schnell vor Ort und nimmt das rund 70 Zentimeter lange Fundstück genauer unter die Lupe. Dabei kommen erste Zweifel auf: Für eine Bombe erscheint der Gegenstand ungewöhnlich klein und seine Form passt ebenfalls nicht so recht.
Dann reichen wenige routinierte Blicke und etwas abgeriebener Sand – und die vermeintliche Bombe gibt ihr Geheimnis preis. Es ist überhaupt kein Kampfmittel. Unter der Baggerschaufel liegt ein alter Feuerlöscher.
Doch damit ist der Einsatz noch nicht ganz vorbei. Denn bei dem Fund handelt es sich keineswegs um einen gewöhnlichen Feuerlöscher aus jüngerer Vergangenheit. Das Typenschild weist ihn nach Angaben der Feuerwehr als Gerät der damaligen Reichspost aus dem Jahr 1935 aus. Und nach all den Jahrzehnten befindet sich darin offenbar noch immer Tetrachlorkohlenstoff.
Damit ist nun wieder die Feuerwehr gefragt. Gemeinsam mit der Baufirma wird das historische Löschgerät luftdicht verpackt und anschließend zur Feuerwache gebracht. Dort soll der ungewöhnliche Fund weiter begutachtet und schließlich fachgerecht entsorgt werden.
Was mit dem Verdacht auf einen möglicherweise gefährlichen Bombenfund begonnen hatte, endet damit deutlich glimpflicher – und bei den Beteiligten nach der anfänglichen Aufregung mit erleichterten und offenbar auch schmunzelnden Gesichtern. Die Feuerwehr Blieskastel-Mitte kann ihrem Einsatzbericht damit eine eher seltene Kombination hinzufügen: Alarmiert wegen einer Bombe – gefunden wurde ein mehr als 90 Jahre alter Feuerlöscher. JETZT den neuen Blaulichtreport Saarland WhatsApp-Kanal abonnieren und IMMER DIREKT auf dem Laufenden bleiben (hier klicken)






