E-Scooter-Unfälle nehmen zu: Ärzte im Saarland schlagen Alarm
Homburg – Schwere Knochenbrüche, Verletzungen innerer Organe und sogar Schädelbrüche: Ärzte am Universitätsklinikum des Saarlandes (UKS) in Homburg warnen vor einer steigenden Zahl schwerer E-Scooter-Unfälle bei Kindern und Jugendlichen. Besonders die Fälle der vergangenen Sommermonate hätten die Mediziner aufgeschreckt.
Schon 2025 stieg die Zahl der E-Scooter-Unfälle mit Verletzten oder Toten deutschlandweit nach Angaben des Statistischen Bundesamtes um 38 Prozent auf 16.496. Besonders auffällig: Bei Kindern und Jugendlichen zwischen 6 und 18 Jahren nahm die Zahl der Unfallopfer gegenüber 2024 sogar um rund 75 Prozent zu. Die bisherigen Fälle am UKS lassen nach Einschätzung der Mediziner auch für 2026 einen weiteren Anstieg befürchten.
Die Folgen können dramatisch sein. Am UKS wurden in den vergangenen Monaten unter anderem großflächige Wunden, schwere Gelenkverletzungen, Organschäden und Schädelbrüche behandelt. Prof. Marc Remke, geschäftsführender Direktor der Kinderkliniken, warnt, dass solche Unfälle im schlimmsten Fall lebenslange gesundheitliche Folgen haben können.
Ein besonderes Problem sind die kleinen Räder der E-Scooter. Schon Bordsteine oder Unebenheiten können das Vorderrad abrupt stoppen. Der Fahrer wird dann nach vorne geschleudert und versucht häufig, den Sturz mit den Händen abzufangen. Deshalb behandeln die Ärzte immer wieder Brüche an Handgelenken, Unterarmen und Schlüsselbeinen.
Besonders gefährlich sind Verletzungen am Kopf. UKS-Mediziner verweisen auf eine Studie, nach der E-Scooter-Fahrer im Vergleich zu Motorradfahrern ein 3,5-fach erhöhtes Risiko für Schädel-Hirn-Traumata aufweisen. Auch das Risiko für Verletzungen innerer Organe und wichtiger Blutgefäße sei erhöht.
Die Ärzte appellieren deshalb insbesondere an Eltern und Jugendliche: Ein Helm sollte bei jeder Fahrt selbstverständlich sein. Zusätzlich können feste Schuhe und Schutzkleidung mit Protektoren Verletzungen abmildern. Bei Dunkelheit sind Licht und Reflektoren wichtig. Vor allem warnen die Mediziner vor zwei Dingen: Zu zweit auf einem E-Scooter zu fahren und die Fahrzeuge für höhere Geschwindigkeiten zu tunen – beides könne das ohnehin vorhandene Unfallrisiko erheblich verschärfen. JETZT den neuen Blaulichtreport Saarland WhatsApp-Kanal abonnieren und IMMER DIREKT auf dem Laufenden bleiben (hier klicken)



