Silotank brennt in Wiebelskircher Kläranlage ab

Wiebelskirchen. Auf dem Gelände der Kläranlage an der Wiebelskircher Keplerstraße brannte am späten Montagabend, 22. August ein direkt neben einem Betriebsgebäude stehender Silotank für eine als Flockungsmittel eingesetzte Chemikalie ab. Von dem Silo griffen die Flammen auf das Betriebsgebäude über und zerstörten dessen Flachdach.

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Die Freiwillige Feuerwehr Neunkirchen konnte eine weitere Brandausbreitung in der Kläranlage verhindern, dabei zogen sich acht Feuerwehrleute durch Kontakt mit der Chemikalie leichte Verletzungen zu. Zusammen mit Fachkräften des Gefahrstoffzuges des Landkreises Neunkirchen und des Landesamtes für Umwelt- und Arbeitsschutz (LUA) konnte eine Gefährdung für die Bevölkerung und die Umwelt durch die ausgetretene Chemikalie ausgeschlossen werden.

Ein lauter Knall schreckte am späten Montagabend gegen 22:15 Uhr die Anwohner in weitem Umkreis um die Keplerstraße in Wiebelskirchen auf. Kurz darauf erhellte Feuerschein den dunklen Nachthimmel und eine markante Rauchsäule stieg über dem Gelände der Kläranlage an der Keplerstraße auf. Ein etwa fünf bis sechs Meter Silotank neben dem zentralen Betriebsgebäude der Kläranlage war in Brand geraten und stand lichterloh in Flammen. Als das erste Löschfahrzeug der Freiwilligen Feuerwehr Neunkirchen vom nur knapp 500 m Luftlinie entfernten Gerätehaus des Löschbezirks Wiebelskirchen an der Kläranlage eintraf, hatte sich das Feuer bereits ausgebreitet.

Die meterhoch aus dem Silo emporschlagenden Flammen griffen auf das Flachdach des unmittelbar benachbarten zweistöckigen Betriebsgebäudes über. Schnell konnten die Feuerwehrleute den Brand im Bereich des Silos unter Kontrolle bringen. Mit Wasser schlugen sie die Flammen zunächst nieder, bevor der Brand mit einer erstickenden Schicht Löschschaum abgedeckt wurde. Der Silotank wurde hingegen ein Raub der Flammen. Übrig blieb nur ein rund zwei Meter hoher Stumpf. Warum der Brand ausbrach ist indes noch unklar. Die Polizei nahm Ermittlungen zur Brandursache auf.

Weil zunächst unklar war welche Chemikalie in dem Tank gelagert worden war und ob von diesem Stoff eine Gefahr ausging, zog die Neunkircher Wehr fachkundige Unterstützung hinzu. Neben der Führungsriege des Gefahrstoffzuges des Landkreises Neunkirchen und seines Chemie-Fachberaters fuhr auch ein Vertreter des Landesamtes für Umwelt- und Arbeitsschutz die Einsatzstelle an. Für eine etwaige Stoffbestimmung und Schadstoffmessungen wurde zudem auch das bei der Feuerwehr Illingen stationierte Messfahrzeug des Gefahrstoffzuges angefordert.

In Rücksprache mit dem Betreiber der Kläranlage konnte schnell die als Flockungsmittel zur Abwasserbehandlung eingesetzte Verbindung Eisen(III)-Chlorid als vormaliger Inhalt des abgebrannten Tanks identifiziert werden. Diese ätzend und reizend wirkende Substanz war durch den Brand aus dem Silotank ausgetreten, wurde jedoch im Rückhaltesystem der Kläranlage sicher aufgefangen und verwahrt. Eine Gefährdung der Bevölkerung oder der Umwelt konnte daher schnell ausgeschlossen werden. Dennoch waren bei den unmittelbaren Löscharbeiten acht Feuerwehrleute mit der Chemikalie in Kontakt gekommen. Aus Sicherheitsgründen mussten sie ihre verunreinigten Uniformen ablegen und gründlich duschen. Weil sie wenig später über Atemwegsreizungen klagten wurden sie zudem von einem Notarzt untersucht, konnten aber allesamt nach Hause entlassen werden.

Während eine Chemiegefahr auf dem Gelände der Kläranlage durch Feuerwehr, Landesamt für Umwelt- und Arbeitsschutz schnell ausgeschlossen werden konnte, zogen sich die Löscharbeiten am Flachdach des Betriebsgebäudes deutlich länger hin. Das Dach wurde durch das Feuer komplett zerstört und brannte in weiten Teilen durch. Nach der eigentlichen Brandbekämpfung waren Feuerwehrleute noch lange Zeit damit beschäftigt in den Überresten der Dachkonstruktion nach Glutnestern zu suchen.

Diese mussten in aufwändiger Handarbeit freigelegt und abgelöscht werden, um ein erneutes Aufflammen des Brandes zu verhindern. Bis etwa 2:30 Uhr konnte die Feuerwehr Neunkirchen ihre Löscharbeiten an der Kläranlage abschließen und ihren Einsatz beenden.

In der Spitze befanden sich rund 80 Einsatzkräfte der Freiwilligen Feuerwehren Neunkirchen, Ottweiler und Illingen sowie des Deutschen Roten Kreuzes (DRK) und der Polizei im Einsatz. Die Feuerwehr Neunkirchen war mit den Löschbezirken Wiebelskirchen und Hangard sowie dem Einsatzleitwagen aus Wellesweiler sowie einem Großtanklöschfahrzeug und der Drehleiter aus der Neunkircher Innenstadt ausgerückt. Die Feuerwehr Ottweiler unterstützte mit einer zweiten Drehleiter und die Feuerwehr Illingen stellte ihr Messfahrzeug bereit. Neben Fachkräften des Gefahrstoffzuges unterstützte auch Kreisbrandinspekteur Michael Sieslack die Einsatzkräfte in Wiebelskirchen. Um sich ein Bild von der Lage zu machen kamen neben der Neunkircher Bürgermeisterin Lisa Hensler auch Landrat Sören Meng und Ortsvorsteher Tobias Wolfanger an den Einsatzort.

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