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Sie finden einfach kein Personal mehr: Saar-Wirtschaft steuert auf Desaster zu!

Die Wirtschaft im Saarland ist krank. Denn überall im Saarland klagen Unternehmen über massiven Personalmangel. Unsere Reporter waren in den letzten Tagen im Saarland unterwegs und sprachen mit Unternehmern aus verschiedenen Branchen und die Sorgen sind überall dieselben: Es fehlt an qualifiziertem Personal – und auch immer mehr an unqualifiziertem Personal.

Ein Problem an allen Fronten

Ein Industrieunternehmen in Neunkirchen musste gar seine Mittagsschicht streichen und Aufträge ablehnen, weil es keine Helfer für die Produktion findet. In Saarpfalz hält ein Einzelhändler sein Geschäft montags geschlossen und in Saarbrücken bleibt die Küche eines Gastronomiebetriebs mittags kalt, er hat sogar einen zweiten Ruhetag eingeführt. Das sind alles keine Einzelfälle! Spricht man mit Unternehmern und Personalverantwortlichen hat man das Gefühl, man hört eine Kassette in Dauerschleife. Die Ursachen? Personalmangel und fehlende Unterstützung.

Vergebliche Hoffnungen und Erwartungen

Dass Unternehmer und Betriebsleiter angesichts solcher Situationen den Glauben an die Politik verlieren, ist verständlich. Viele fühlen sich von der aktuellen Regierung alleingelassen. Unsere Anfrage für ein Gespräch mit Ministerpräsidentin Anke Rehlinger, welche wir über Regierungssprecher Julian Lange angestossen hatten, blieb bislang unbeantwortet, was den Eindruck verstärkt, dass die Probleme der Wirtschaft nicht ernst genommen werden. Dabei gehen dem saarländischen Fiskus jährlich massiv Steuereinnahmen flöten, wenn Unternehmen nicht mehr produzieren oder Gaststätten ganze Tage schließen.

Regierungsinitiativen: Zu wenig, zu spät?

Die Antwort der Regierung auf den Personalmangel scheint eine Imagekampagne zu sein: Ein „Tiny House“ im Park von Villeroy & Boch in Mettlach soll hochqualifizierte Fachkräfte anziehen. Aber für viele kleinere Unternehmen wirkt diese Aktion wie Hohn. Sie brauchen Handwerker, Einzelhändler und Dienstleistungskräfte – keine „High Potentials“.

Der Personalverantwortliche eines bedeutenden Unternehmens im Saarland äußert seine Besorgnis über den drastischen Rückgang qualifizierter Bewerbungen im Vergleich zu den Vorjahren. Er merkt an, dass sie nun gezwungen sind, Auszubildende in Erwägung zu ziehen, die früher nicht den Anforderungen entsprochen hätten – sofern sie überhaupt Interessenten finden. Es wird beobachtet, dass das Interesse junger Menschen an traditionellen Berufen, wie KFZ-Mechatroniker, Maler, Schlosser und anderen handwerklichen Tätigkeiten, stetig abnimmt. Wenn man Jugendliche nach ihren beruflichen Ambitionen befragt, äußern viele den Wunsch, im Bereich des Influencings tätig zu werden, statt eine handwerkliche Laufbahn einzuschlagen.

Förderung von Auszubildenden in unterrepräsentierten Berufen: Ein pragmatischer Vorschlag

In Zeiten, in denen die Nachfrage nach traditionellen Berufen zurückgeht, könnte eine staatliche Förderung für Auszubildende in Berufen, die zwar weniger nachgefragt, jedoch für den Alltag essenziell sind, eine sinnvolle Initiative darstellen. Ein konkretes Beispiel wäre die Förderung von Auszubildenden zum KFZ-Mechatroniker.

Ein Auszubildender verdient dort im Saarland beispielsweise im ersten Lehrjahr etwa 850€, wobei die Kosten hauptsächlich vom Ausbildungsbetrieb getragen werden. Eine staatliche Unterstützung könnte in Form einer zusätzlichen, steuerfreien Prämie von 300€ pro Quartal direkt an den Auszubildenden gezahlt werden. Über die gesamte Ausbildungszeit von drei Jahren würde sich diese Prämie auf insgesamt 3.600 € summieren.

Ein solcher Anreiz könnte Jugendliche motivieren, eine traditionelle Berufsausbildung zu beginnen, anstatt Berufsträumen in weniger beständigen Branchen nachzugehen.

Zur Veranschaulichung: Mit den 230.000 €, die für das Projekt „Saarvenir“ aufgewendet wurden, hätte man bereits etwa 70 Auszubildende im Saarland in dieser Weise unterstützen können. Wenn das Land eine Summe von einer Million Euro bereitstellen würde, könnten bis zu 280 Ausbildungsstellen im Saarland auf diese Weise gefördert werden.

Ein solcher pragmatischer Ansatz könnte dazu beitragen, das Berufsbild traditioneller und essenzieller Ausbildungen wieder attraktiver zu gestalten und gleichzeitig die Wirtschaft und den Arbeitsmarkt im Saarland zu stärken.

Innovative Ansätze aus der Wirtschaft

Das im Saarland ansässige Start-Up SaarJob24 präsentiert sich als potenzielle Lösung zur Bewältigung der Arbeitsmarktherausforderungen in der Region. Auf dieser Plattform haben saarländische Unternehmen die Möglichkeit, ihre vakanten Stellen kostenfrei zu listen, wobei der Fokus ausschließlich auf Jobangeboten aus dem Saarland liegt. Aktuelle Daten zeigen, dass SaarJob24 täglich etwa 1.000 Suchanfragen verzeichnet und sich somit stetig als wertvolles Instrument für den regionalen Arbeitsmarkt etabliert.

Fazit

Das Saarland bemüht sich intensiv darum, bedeutende Unternehmen für eine Ansiedlung im Saarland zu gewinnen, ohne jedoch eine klare Strategie zur Sicherung des notwendigen Personals für deren Produktion zu präsentieren. Unser Land steht vor gewaltigen Herausforderungen. Es wird Zeit, dass unsere Regierung dies erkennt und praktische, bodenständige Lösungen anbietet, anstatt auf Prestigeprojekte zu setzen.

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