ZF kündigt harten Sparkurs an – Weniger Geld für Saarbrücker Arbeiter?
Saarbrücken/Friedrichshafen – Der Automobilzulieferer ZF hat mit der Vorlage seiner Halbjahreszahlen einen deutlich verschärften Sparkurs angekündigt – und lässt die Beschäftigten im Saarbrücker Werk erneut um ihre Zukunft bangen. Zwar betont das Management, man wolle am Standort Saarbrücken festhalten, doch konkrete Zusagen bleiben aus.
Der Vorstand um CEO Holger Klein erklärte am Donnerstag, dass betriebsbedingte Kündigungen erstmals nicht mehr ausgeschlossen seien. Begründet wurde dies mit der schleppenden Nachfrage nach Elektromobilität, geopolitischen Unsicherheiten – insbesondere in den USA – sowie internen Effizienzproblemen. Besonders kritisch sei laut Klein die Lage in der E-Mobility-Sparte, zu der auch der Standort Saarbrücken zählt. Man müsse „schnell und entschieden“ Überkapazitäten abbauen.
ZF verhandelt derzeit mit Arbeitnehmervertretern über mögliche Maßnahmen wie kürzere Arbeitszeiten oder niedrigere Löhne – eine Entwicklung, die Gewerkschaften mit Sorge betrachten. Auch eine mögliche Ausgliederung der E-Division wird nicht mehr ausgeschlossen. Ein solcher „Carve-out“ würde bedeuten, dass der betroffene Unternehmensbereich langfristig ausgegliedert oder mit Partnern neu strukturiert wird. Gespräche mit potenziellen Investoren laufen laut Unternehmensführung bereits.
Trotz dieser harten Einschnitte weist ZF für das erste Halbjahr 2025 einen Betriebsgewinn von 874 Millionen Euro aus – ein Plus von zwölf Prozent im Vergleich zum Vorjahr. Der Umsatz hingegen sank auf 19,7 Milliarden Euro, was vor allem mit dem Verkauf des Geschäftsbereichs Achsmontage zusammenhängt. Die Beschäftigten in Saarbrücken fürchten nun, dass die wirtschaftlich positiven Zahlen des Konzerns keine Garantie für Sicherheit vor Ort bieten – und hoffen auf ein klares Bekenntnis zum Werk im Saarland. JETZT den neuen Blaulichtreport Saarland WhatsApp-Kanal abonnieren und IMMER DIREKT auf dem Laufenden bleiben (hier klicken)



