Bei Pressekonferenz: Polizei bestätigt Identität des getöteten Polizisten

Saarbrücken/Völklingen – Einen Tag nach der tödlichen Schussabgabe auf einen Polizisten in Völklingen hat die saarländische Landesregierung gemeinsam mit Polizei und Staatsanwaltschaft neue Details bekanntgegeben. In einer Pressekonferenz am Freitagnachmittag äußerten sich Ministerpräsidentin Anke Rehlinger, Innenminister Reinhold Jost, Landespolizeipräsident Dr. Thorsten Weiler, Vizepräsidentin Natalie Grandjean sowie Oberstaatsanwalt Christian Nassiry.

Die Ermittler bestätigten, dass es sich bei dem getöteten Beamten um den 33-jährigen Simon B. aus dem Landkreis Saarlouis handelt. Er war für die Polizeidienststelle Völklingen tätig und hinterlässt eine Ehefrau und Familie mit mindestens zwei Kinder. „Es war unfassbar schwer, diese Nachricht zu überbringen“, sagte Polizeivizepräsidentin Grandjean sichtlich bewegt.

Der Tatverdächtige ist ein 18-jähriger in Deutschland geborener Deutsch-Türke aus dem Regionalverband Saarbrücken. Er war bislang polizeilich nicht in Erscheinung getreten. Nach Angaben von Oberstaatsanwalt Nassiry liegt er derzeit im Winterbergklinikum Saarbrücken, ist aber nicht lebensgefährlich verletzt. Gegen ihn wurde ein Haftbefehl wegen Mordes, zweifachen versuchten Mordes und besonders schwerem Raub beantragt.

Nach bisherigen Erkenntnissen hatte der Täter einem der drei eingesetzten Beamten – darunter auch ein Kommissaranwärter – die Dienstwaffe entrissen und anschließend auf Simon B. geschossen. Zwei Schüsse trafen den Polizisten, der wenig später in der Uniklinik Homburg verstarb. Auch der Täter wurde durch Polizeischüsse am Körper getroffen.

Landespolizeipräsident Weiler kündigte an, dass die Familie des Getöteten ebenso wie die beteiligten Einsatzkräfte umfassend betreut werden: „Wir werden sie in dieser unermesslich schweren Zeit nicht allein lassen. Auch die Kollegen, die gestern Seite an Seite mit Simon B. im Einsatz standen, erhalten psychologische Unterstützung.“

Ministerpräsidentin Rehlinger sprach der Familie ihr tiefes Beileid aus und würdigte den getöteten Beamten als jemanden, der „sein Leben im Dienst für unsere Sicherheit verloren hat“. Innenminister Jost betonte, dass Polizisten im Netz nach solchen Einsätzen oft – so auch in diesem Fall – mit „Hass und Hetze“ konfrontiert seien. „Dagegen werden wir entschieden vorgehen“, so Jost.

Noch offen bleibt, welchem Beamten genau der Täter die Schusswaffe entreißen konnte. Dazu laufen die Ermittlungen weiter. Auch zu möglichen Motiven machte die Staatsanwaltschaft bislang keine Angaben.

Die Fahndung nach weiteren Hintermännern oder möglichen Zusammenhängen ist nach derzeitigem Stand nicht erforderlich. Der Fokus der Ermittlungen liegt nun auf der rechtlichen Aufarbeitung des Angriffs. JETZT den neuen Blaulichtreport Saarland WhatsApp-Kanal abonnieren und IMMER DIREKT auf dem Laufenden bleiben (hier klicken)

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