Wochenlang kein Termin: Frust über Facharzt-Wartezeiten wächst
Saarbrücken – Lange Wartezeiten auf medizinische Termine gehören für viele gesetzlich Versicherte weiterhin zum Alltag. Besonders bei Facharztpraxen stoßen Patienten häufig an Grenzen, wenn es um zeitnahe Behandlungen geht. Während Termine beim Hausarzt oftmals kurzfristig möglich sind, müssen Betroffene bei Spezialisten teils deutlich länger warten – ein Umstand, der zunehmend Kritik hervorruft.
Eine aktuelle Befragung der gesetzlichen Krankenkassen zeigt, dass ein erheblicher Teil der Versicherten mehrere Wochen auf einen Facharzttermin wartet. Ein Viertel der Befragten gab an, erst nach etwa einem Monat einen Termin zu erhalten, bei einem weiteren Teil zieht sich die Wartezeit sogar über mehrere Monate. Diese Situation sorgt bei vielen Patienten für Unzufriedenheit, zumal der Eindruck entsteht, dass privat Versicherte häufig schneller behandelt werden.
Vertreter der gesetzlichen Krankenkassen sehen hier dringenden Handlungsbedarf. Aus ihrer Sicht sind die bestehenden Unterschiede bei der Terminvergabe nicht mehr zeitgemäß. Auch aus der Landespolitik kommt Kritik: Es müsse das Ziel sein, den Zugang zur medizinischen Versorgung fairer zu gestalten und die Wartezeiten unabhängig vom Versicherungsstatus anzugleichen.
Als möglicher Lösungsansatz wird ein digitales Terminvergabesystem diskutiert. Über eine zentrale Online-Plattform könnten Arztpraxen einen festen Anteil ihrer Termine einstellen, die allen Patienten gleichermaßen zur Verfügung stehen. Befürworter erhoffen sich davon mehr Transparenz und eine gerechtere Verteilung.
Derzeit existieren jedoch keine einheitlichen Vorgaben, wie viele Termine Praxen für gesetzlich Versicherte vorhalten müssen – eine Lücke, die aus Sicht der Krankenkassen maßgeblich zu den bestehenden Problemen beiträgt. JETZT den neuen Blaulichtreport Saarland WhatsApp-Kanal abonnieren und IMMER DIREKT auf dem Laufenden bleiben (hier klicken)



