„Mutter Satans“ explodiert? Spur nach Völklinger Explosion führt zu Sprengstoff TATP
Völklingen – Nach einer Explosion in einer Bahnunterführung im Saarland laufen die Ermittlungen auf Hochtouren. Die eigens eingerichtete Sonderkommission „Glas“ geht aktuellen Erkenntnissen zufolge davon aus, dass der hochexplosive Stoff TATP – auch als „Mutter Satans“ bekannt – die Detonation ausgelöst hat. Der Sprengstoff soll sich in einer Glasflasche befunden haben und beim Öffnen durch Reibung explodiert sein.
TATP gilt als äußerst instabil und wird weder industriell noch militärisch eingesetzt. Bekannt ist der Stoff vor allem aus kriminellen und terroristischen Zusammenhängen. So kam er unter anderem bei den Anschlägen in Anschläge von Paris 2015, Anschläge in Brüssel 2016 sowie London-Anschläge 2005 zum Einsatz. In Deutschland wird TATP zudem vermehrt bei Geldautomatensprengungen durch organisierte Banden verwendet.
Bei der Explosion kam ein Mann ums Leben. Nach Recherchen handelt es sich um Gino I. aus Bous. Am Tatort erinnern Kerzen und Karten an den Verstorbenen. Zeugenaussagen zufolge soll er die Glasflasche gefunden und geöffnet haben, woraufhin es zur Explosion kam. Diese Umstände werfen jedoch Fragen auf und verstärken die Sorge der Ermittler, dass ein bislang unbekannter Täter hinter dem Sprengsatz stehen könnte.
Zusätzliche Aufmerksamkeit erregt das öffentliche Facebook-Profil des Opfers. Dort ist ein Bild mit zwei Pistolen und dem Schriftzug „Aequitas Veritas“ zu sehen – eine Referenz auf den Film „Der blutige Pfad Gottes“. In dem Film verstehen sich die Protagonisten als selbsternannte Vollstrecker von Gerechtigkeit. Ermittler prüfen derzeit verschiedene Hintergründe; konkrete Zusammenhänge sind bislang nicht bestätigt. Dabei handelt es sich nach aktuellem Stand lediglich um einen einzelnen Aspekt der laufenden Ermittlungen.

Unklar bleibt weiterhin, wie der Sprengstoff in Umlauf kam und welches Motiv hinter der Tat steckt. Trotz einer Hausdurchsuchung bei dem Verstorbenen gibt es bislang keine eindeutigen Hinweise darauf, ob es sich um einen tragischen Unfall oder um die Vorbereitung eines Anschlags handelt.

Die Explosion hatte schwere Folgen: Zwei weitere Personen schweben derzeit in Lebensgefahr, zwei weitere wurden schwerstverletzt. Die Ermittlungen dauern an. JETZT den neuen Blaulichtreport Saarland WhatsApp-Kanal abonnieren und IMMER DIREKT auf dem Laufenden bleiben (hier klicken)











