Unterricht trotz 39 Grad? Das sind die aktuellen Regeln im Saarland!
Saarbrücken – Die anhaltende Hitzewelle mit Temperaturen von deutlich über 35 Grad sorgt bei vielen Eltern im Saarland für Verunsicherung. Zahlreiche besorgte Mütter und Väter haben sich in den vergangenen Tagen an die Redaktion von Blaulichtreport Saarland gewandt und gefragt, ob Schulen bei extremer Hitze Hitzefrei geben müssen und welche Regeln derzeit gelten.
Wir haben diese Fragen zum Anlass genommen und beim saarländischen Ministerium für Bildung und Kultur nachgefragt. Die Antworten übermittelte Pressereferent Manuel Cuminale im Namen des Ministeriums. Das Ergebnis: Eine landesweit einheitliche Hitzefrei-Regelung gibt es im Saarland seit fast 20 Jahren nicht mehr. Seitdem entscheiden die einzelnen Schulen eigenverantwortlich, ob und welche Maßnahmen bei hohen Temperaturen erforderlich sind.
Dabei sollen die Schulleitungen sowohl die Gesundheit der Kinder als auch die verlässliche Betreuung berücksichtigen. Ziel sei es, Unterrichtsausfälle möglichst zu vermeiden und gleichzeitig flexibel auf die jeweiligen Bedingungen vor Ort zu reagieren. Denn die Temperaturen könnten je nach Gebäude, Stockwerk, Sonneneinstrahlung oder Verschattung erheblich variieren.
Zu den empfohlenen Schutzmaßnahmen gehören unter anderem Unterricht in kühleren Räumen, die Verlegung von Klassenarbeiten, Prüfungen oder Sportveranstaltungen sowie die Sensibilisierung der Schüler für die gesundheitlichen Risiken extremer Hitze. Falls eine Betreuung in der Schule nicht mehr gewährleistet werden kann und das Einverständnis der Eltern vorliegt, können Schulen Kinder auch vorzeitig nach Hause entlassen und eine Notbetreuung anbieten.
Eine feste Temperaturgrenze, ab der automatisch Hitzefrei gilt, existiert im Saarland nicht. Auch über die Durchführung von Klassenarbeiten entscheidet die Schulleitung im Einzelfall. Der sogenannte Leistungsbewertungserlass erlaubt es, Leistungsnachweise zu verschieben, wenn äußere Umstände wie große Hitze die Leistungsfähigkeit der Schüler erheblich beeinträchtigen.
Gerade ältere Schulgebäude ohne Klimaanlage stellen dabei eine besondere Herausforderung dar. Für Bau und Ausstattung der Schulen sind allerdings die jeweiligen Schulträger verantwortlich. Das Land verweist auf das Schulbauprogramm “BAUSTEIN”, mit dem energetische Sanierungen sowie klimaangepasste Neu- und Umbauten gefördert werden. Das Förderprogramm verfügt über ein Gesamtvolumen von rund 230 Millionen Euro und soll unter anderem den Hitzeschutz an Schulen verbessern.
Wie viele Schulen aufgrund der aktuellen Hitzewelle tatsächlich den Unterricht verkürzt oder andere Schutzmaßnahmen ergriffen haben, kann das Bildungsministerium nicht sagen. Eine landesweite Erfassung dieser Maßnahmen erfolgt nicht.
Auch eine Rückkehr zu einer allgemeinen Hitzefrei-Regelung ist derzeit nicht geplant. Nach Auffassung des Ministeriums bieten die bestehenden Regelungen den Schulen ausreichend Spielraum, um situationsgerecht auf extreme Temperaturen zu reagieren.
Eltern empfiehlt das Bildungsministerium, die Informationen der jeweiligen Schule aufmerksam zu verfolgen. Gleichzeitig werden Schulen regelmäßig durch die Schulaufsicht für den Umgang mit Hitzewellen sensibilisiert. Zusätzliche Hinweise veröffentlicht das Ministerium bei angekündigten Hitzeperioden über seine Social-Media-Kanäle. JETZT den neuen Blaulichtreport Saarland WhatsApp-Kanal abonnieren und IMMER DIREKT auf dem Laufenden bleiben (hier klicken)



