30-Meter-Birke entwurzelt: Heftiges Unwetter zieht über Saarbrücken

Saarbrücken – (Von unserem Reporter Thorsten Kremers – Bildergalerie am Ende des Beitrags) Ein kurzes, aber heftiges Gewitter hat am Freitagnachmittag (28. August 2026) in Saarbrücken für zahlreiche Einsätze von Polizei und Feuerwehr gesorgt. Besonders die Innenstadt und die östlichen Stadtteile wurden getroffen. Bäume stürzten um, Äste brachen ab und Wassermassen überfluteten Straßen. Nach bisherigem Stand wurde niemand verletzt.

Zwischen etwa 16 Uhr und 17.10 Uhr gingen zahlreiche Notrufe bei den Einsatzleitstellen ein. Bis 19 Uhr registrierte die Polizei allein in Saarbrücken 25 wetterbedingte Einsätze. Bei der Berufsfeuerwehr waren es sogar 37 Einsätze. Die unterschiedlichen Zahlen ergeben sich daraus, dass Polizei und Feuerwehr ihre Einsätze jeweils getrennt erfassen.

Auf dem Eschberg bekam eine Polizeistreife die Wucht des Unwetters unmittelbar mit. In der Breslauer Straße stürzte plötzlich ein massiver Baum auf die Fahrbahn. Ein dort abgestellter Mercedes wurde nur knapp verfehlt. Die Straße war zunächst komplett blockiert, bis Einsatzkräfte der Feuerwehr den Baum zersägt und die Fahrbahn wieder freigeräumt hatten.

Auch der Starkregen sorgte für Probleme. In Brebach stand unter anderem die Scheidter Straße unter Wasser. Zwischen Schafbrücke und Scheidt schossen Wasser und Geröll über die Fahrbahn und verwandelten Teile der Straße zeitweise in eine braune Brühe. Durch die Wassermassen wurden an mehreren Stellen sogar Kanaldeckel nach oben gedrückt.

Besonders aufwendig gestaltete sich ein Einsatz in der Straße „In den Birken“ in Brebach. Dort hatte der Sturm eine rund 30 Meter hohe Birke komplett entwurzelt. Der Baum kippte in eine Stromleitung zwischen zwei Häuserblocks. Ausgerechnet das Gestell einer Wäschespinne verhinderte zusätzlich, dass die mächtige Birke vollständig zu Boden stürzte.

Die Situation war nicht ungefährlich: Durch das enorme Gewicht des Baumes geriet die Stromleitung unter starke Spannung. An einem Gebäude drohte die Befestigung der Leitung aus der Wand gerissen zu werden. Bevor die Feuerwehr mit den Arbeiten beginnen konnte, musste deshalb zunächst ein Techniker der Stadtwerke anrücken.

Der Strom in der betroffenen Straße wurde abgeschaltet, damit für die Einsatzkräfte keine Gefahr bestand. Anschließend kontrollierte der Techniker aus dem Korb einer Drehleiter die Leitungen und deren Befestigungen. Erst danach konnte die Feuerwehr mit der eigentlichen Beseitigung des Baumes beginnen.

Stück für Stück schnitten die Einsatzkräfte zunächst die Äste zurück und zerlegten anschließend den rund 40 Zentimeter dicken Stamm. Die Arbeiten dauerten entsprechend länger. Trotz der zahlreichen Einsätze und teils spektakulären Schäden blieb das Gewitter nach bisherigen Erkenntnissen glimpflich: Verletzte wurden der Polizei bis zum Abend nicht gemeldet. JETZT den neuen Blaulichtreport Saarland WhatsApp-Kanal abonnieren und IMMER DIREKT auf dem Laufenden bleiben (hier klicken)

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