Tarifkampf immer härter: Saarbahn-Pendlern drohen den ganzen September Streiks

Saarbrücken – Für Fahrgäste der Saarbahn dürfte der September erneut zur Geduldsprobe werden. Die Gewerkschaft Deutscher Lokomotivführer (GDL) will ihren Arbeitskampf deutlich ausweiten und hat ihre bei der Saarbahn beschäftigten Lokführer für den gesamten kommenden Monat zu Streiks aufgerufen. Das bedeutet allerdings nicht, dass die Bahnen vier Wochen lang komplett stillstehen werden. Geplant sind vielmehr immer wieder einzelne Streikwellen.

Der Tarifkonflikt hat inzwischen auch die höchste Ebene der Gewerkschaft erreicht. GDL-Bundesvorsitzender Mario Reiß ist nach Saarbrücken gekommen und will die Mitglieder auf die nächste Phase des Arbeitskampfes vorbereiten. Nach Angaben der Gewerkschaft haben die zahlreichen bisherigen Warnstreiks nicht dazu geführt, dass Arbeitgeber und GDL wieder an den Verhandlungstisch zurückkehren. Aktuell läuft bereits der 20. Warnstreik.

Für Fahrgäste besonders unangenehm: Wann die einzelnen Arbeitsniederlegungen im September beginnen, könnte weiterhin erst sehr kurzfristig bekannt werden. Bislang kündigte die GDL ihre Aktionen teilweise lediglich eine Stunde vor Beginn an. Ob diese Praxis im September fortgesetzt wird, soll nach Angaben der Gewerkschaft jeweils abhängig von der konkreten Situation entschieden werden.

Die Saarbahn hat sich inzwischen auf die wiederkehrenden Ausfälle eingestellt und arbeitet dauerhaft mit einem Ersatzkonzept. Dabei kommen vor allem Busse sowie einzelne Züge zum Einsatz. Im Tarifstreit selbst liegen beide Seiten jedoch weiterhin weit auseinander. Die Saarbahn möchte derzeit keine neuen Verhandlungen mit der GDL führen und strebt stattdessen an, dass auch die Lokführer unter den bereits mit Verdi vereinbarten Tarifvertrag fallen.

Genau das lehnt die GDL ab. Sie verlangt einen eigenen Tarifvertrag für ihre Mitglieder und fordert dabei unter anderem eine Lohnerhöhung von mindestens acht Prozent. Mit den wiederholten Streiks will die Gewerkschaft den Druck auf die Saarbahn erhöhen und eine Rückkehr zu Tarifverhandlungen erreichen.

Die Arbeitgeberseite hält die Forderungen wiederum für wirtschaftlich nicht tragbar. Aus Sicht der Saarbahn liegen die Vorstellungen beider Seiten inzwischen derart weit auseinander, dass derzeit keine Grundlage für eine Fortsetzung der bisherigen Tarifpartnerschaft gesehen wird. Eine schnelle Lösung zeichnet sich damit nicht ab – und für Saarbahn-Fahrgäste bedeutet das vorerst: Auch im September muss jederzeit mit kurzfristigen Einschränkungen gerechnet werden. JETZT den neuen Blaulichtreport Saarland WhatsApp-Kanal abonnieren und IMMER DIREKT auf dem Laufenden bleiben (hier klicken)

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