Ab 2028 keine Geburten mehr im DRK-Krankenhaus Saarlouis
Saarlouis – Die Krankenhauslandschaft in Saarlouis wird grundlegend neu geordnet. Eine der größten Veränderungen betrifft werdende Eltern: Ab 2028 wird es im Krankenhaus Saarlouis vom DRK keine Geburtshilfe mehr geben. Entbindungen werden dann innerhalb Saarlouis ausschließlich im Marienhaus Klinikum St. Elisabeth angeboten.
Das haben die DRK gemeinnützige Krankenhausgesellschaft Saarland und die Marienhaus Kliniken am Donnerstag gemeinsam mit dem saarländischen Gesundheitsministerium bekannt gegeben. Hintergrund ist die bereits im vergangenen Jahr vereinbarte engere Zusammenarbeit der beiden nur wenige Kilometer voneinander entfernten Krankenhäuser. Dabei sollen medizinische Doppelstrukturen abgebaut und bestimmte Fachbereiche künftig gezielt an jeweils einem Standort gebündelt werden.
Besonders deutlich wird das bei der Geburtshilfe. Ab 2028 soll das Marienhaus Klinikum St. Elisabeth der einzige Krankenhausstandort in Saarlouis sein, an dem Kinder zur Welt kommen. Gleichzeitig soll die Versorgung dort deutlich ausgebaut werden. Geplant ist ein neues Perinatalzentrum Level 2, das unter anderem auf die Betreuung von Risikoschwangeren, Frühgeborenen und kranken Neugeborenen spezialisiert sein soll. Auch die Kinderheilkunde und Kinderchirurgie sollen am Marienhaus weiter gestärkt werden.
Für Gesundheitsminister Magnus Jung soll die Neuordnung langfristig eine qualitativ hochwertige Versorgung sichern. Die Landesregierung unterstützt die Pläne ausdrücklich. Das Ende der Geburtshilfe bedeutet allerdings nicht das Ende der Frauenmedizin am DRK-Standort. Vielmehr sollen dort künftig die übrigen Bereiche der Frauenheilkunde konzentriert werden.
Dazu gehören die Allgemeine Frauenheilkunde, die Urogynäkologie, die gynäkologische Onkologie sowie die Senologie, also insbesondere die Behandlung von Erkrankungen der Brust. Gerade bei der gynäkologischen Krebsmedizin verfügt das DRK nach Angaben der Verantwortlichen bereits heute mit zertifizierten Organzentren über eine überregionale Bedeutung.
Auch in der Neurologie soll das DRK-Krankenhaus ausgebaut werden. Geplant ist dort künftig die neurologische Frührehabilitation der Phase B. Damit soll die Behandlungskette von der Versorgung eines Schlaganfalls über die neurologische Behandlung bis hin zur frühen Rehabilitation möglichst umfassend an einem Standort angeboten werden. Die Neurologie am Marienhaus einschließlich der dortigen zertifizierten Stroke Unit soll nach den derzeitigen Plänen gleichzeitig unverändert fortgeführt werden.
Wichtig für Patienten: Bei der jetzt vorgestellten Neuordnung geht es nicht um die Schließung eines der beiden Saarlouiser Krankenhäuser. Vielmehr sollen sich DRK und Marienhaus stärker spezialisieren und bestimmte Leistungen nicht länger parallel anbieten.
Auch bei der Behandlung von Krebserkrankungen könnte es künftig eine noch engere Zusammenarbeit geben. Beide Träger prüfen nach eigenen Angaben ein gemeinsames onkologisches Konzept. Perspektivisch könnte daraus sogar eine Zertifizierung beider Standorte als Onkologisches Zentrum entstehen.
Und die jetzt vorgestellten Veränderungen könnten noch nicht das Ende der Neuordnung sein: DRK und Marienhaus prüfen derzeit, in welchen weiteren medizinischen Bereichen in Saarlouis eine Zusammenarbeit sinnvoll ist.
Für werdende Eltern steht eine der einschneidendsten Veränderungen allerdings bereits fest: Ab 2028 konzentriert sich die Geburtshilfe in Saarlouis auf das Marienhaus Klinikum St. Elisabeth. JETZT den neuen Blaulichtreport Saarland WhatsApp-Kanal abonnieren und IMMER DIREKT auf dem Laufenden bleiben (hier klicken)



