Fliegen ab Saarbrücken könnte teurer werden: Ryanair kündigt kräftige Preissteigerungen an
Ryanair-Chef Michael O’Leary erwartet für 2027 deutlich höhere Ticketpreise. Das betrifft auch Reisende aus dem Saarland – sowohl am Flughafen Saarbrücken als auch am Flughafen Frankfurt-Hahn im Hunsrück. Eine pauschale Erhöhung um 20 Prozent ist allerdings bislang nicht beschlossen.
Wer im kommenden Jahr mit Ryanair in den Urlaub fliegen möchte, muss sich nach Einschätzung der Airline auf höhere Preise einstellen. Konzernchef Michael O’Leary hat am Montag, 2. November, zweistellige Preissteigerungen bei Ryanair und in der europäischen Flugbranche in Aussicht gestellt. Hintergrund sind deutlich gestiegene Treibstoffkosten. Um die erwartete Mehrbelastung vollständig auszugleichen, müssten die Ticketpreise nach seinen Angaben um etwa 20 Prozent steigen.
Für das Saarland hat die Entwicklung einen direkten Bezug: Ryanair gehört seit Frühjahr 2026 zum Angebot des Flughafens Saarbrücken. Im aktuellen Winterflugplan steht Alicante an der spanischen Costa Blanca mittwochs und samstags auf dem Programm. Für den Sommer 2027 führt der Flughafen außerdem erneut Lamezia Terme in Kalabrien und Trapani auf Sizilien auf.
Eine konkrete Preiserhöhung für diese Verbindungen hat Ryanair mit den allgemeinen Aussagen bislang nicht genannt. Sollte die Airline ihre angekündigten höheren Durchschnittspreise erreichen, könnten jedoch auch Urlauber betroffen sein, die direkt ab Saarbrücken starten.
Für Reisende aus dem Saarland steht ohnehin eher der Flughafen Frankfurt-Hahn im Fokus. Der Airport im Hunsrück bietet eine deutlich größere Auswahl an Ryanair-Zielen als der kleine Saar-Airport. Im veröffentlichten Winterflugplan stehen beispielsweise Alicante, Barcelona, London-Stansted, Málaga, Faro, Porto, Rom-Fiumicino, Catania und Teneriffa Süd. Damit erschließt Hahn zahlreiche Reiseziele, die ab Saarbrücken nicht direkt erreichbar sind.
Die Aussicht auf höhere Ryanair-Preise ist deshalb auch für Saarländer relevant, die für ihren Urlaub zum Hahn fahren. Wie stark dort einzelne Verbindungen betroffen sein werden, lässt sich aus O’Learys Aussagen allerdings noch nicht ableiten.
Ryanair rechnet für das Geschäftsjahr von April 2027 bis März 2028 auf Basis der aktuellen Terminmarktpreise mit einer rund zwei Milliarden Euro höheren Treibstoffrechnung. Bis März 2027 ist ein großer Teil des Bedarfs noch durch günstigere Preisvereinbarungen abgesichert. Mit deren Auslaufen wächst der Kostendruck. Die Airline erwartet deshalb deutlich steigende Kurzstreckenpreise in Europa, die die Mehrkosten möglicherweise dennoch nicht vollständig auffangen.
Für Reisende bedeutet das zunächst eine Preisprognose für 2027. Einen einheitlichen Aufschlag von 20 Prozent ab einem bestimmten Buchungs- oder Abflugdatum hat Ryanair nicht angekündigt. Ebenso wenig steht bislang fest, um welchen Betrag Tickets ab Saarbrücken steigen könnten. Aus den Aussagen lässt sich auch keine pauschale Verteuerung der Flüge anderer Airlines am Saar-Airport ableiten. JETZT den neuen Blaulichtreport Saarland WhatsApp-Kanal abonnieren und IMMER DIREKT auf dem Laufenden bleiben (hier klicken)



