BMW-Aufträge brechen ein: ZF Saarbrücken baut erneut Personal ab

Saarbrücken – Die schwierige Lage der Automobilindustrie hat nun auch am ZF-Standort Saarbrücken schneller als erwartet spürbare Folgen. Aufgrund einer deutlich gesunkenen Nachfrage, insbesondere durch den Großkunden BMW, reduziert das Unternehmen erneut Personal.

Betroffen sind zunächst Ferienbeschäftigte sowie Arbeitnehmer mit befristeten Verträgen. Nach Einschätzung der Arbeitnehmervertretung kommt dieser Schritt früher als noch vor wenigen Wochen angenommen. Nach Informationen der IG Metall wurden Ende Juni rund 100 geplante Ferienarbeitsplätze gestrichen.

Darüber hinaus erhielten etwa 80 befristet Beschäftigte die Mitteilung, dass ihre Arbeitsverträge nicht verlängert werden. Hintergrund ist die rückläufige Auslastung in der Antriebssparte, in der am Saarbrücker Standort vor allem Getriebe produziert werden. Die zuletzt gesenkten Produktionsplanungen des Autobauers BMW wirken sich damit unmittelbar auf die Fertigung im Saarland aus.

Bereits seit Längerem befindet sich ZF in einem umfangreichen Umbauprozess. Konzernweit sollen in der Sparte für elektrische, hybride und konventionelle Antriebstechnik bis zum Jahr 2030 mehrere tausend Stellen entfallen.

Für Saarbrücken wurde im vergangenen Jahr ein Zukunftskonzept vereinbart, das einen Abbau von rund 825 Arbeitsplätzen vorsieht. Dieser soll überwiegend sozialverträglich über Altersteilzeit, natürliche Fluktuation und das Auslaufen befristeter Arbeitsverhältnisse erfolgen. Betriebsbedingte Kündigungen sind nach der aktuellen Vereinbarung weiterhin nicht vorgesehen.

Als wesentliche Ursache der Entwicklung gilt die anhaltende Krise auf dem internationalen Automarkt. BMW hatte seine Geschäftserwartungen für das laufende Jahr zuletzt deutlich nach unten korrigiert und rechnet mit geringeren Verkaufszahlen sowie sinkenden Gewinnen.

Besonders die schwache Nachfrage in China sowie der zunehmende Wettbewerbsdruck durch dortige Hersteller setzen den Premiumhersteller unter Druck. Da ZF eng mit BMW zusammenarbeitet, schlagen die reduzierten Bestellungen nun auch am Saarbrücker Standort durch und sorgen bei vielen Beschäftigten für neue Unsicherheit. JETZT den neuen Blaulichtreport Saarland WhatsApp-Kanal abonnieren und IMMER DIREKT auf dem Laufenden bleiben (hier klicken)

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