Demo in Saarbrücken: Polizei stellt Deutschland Trikot mit Nazi-Symbolik sicher
Saarbrücken – Mehrere Demonstrationen haben am Samstagnachmittag (4. Juli 2026) die Saarbrücker Innenstadt beschäftigt.
Zwischen 16 und 17:30 Uhr fanden unter anderem eine Versammlung unter dem Motto „Remigration. Jetzt!“ sowie zwei Gegenkundgebungen statt. Insgesamt verliefen die Veranstaltungen nach Angaben der Polizei trotz verbaler Auseinandersetzungen ohne größere Zwischenfälle.
An der ersten Versammlung nahmen in der Spitze rund 25 Personen teil. Im Anschluss zog die Gruppe in Form eines Aufzuges durch die Innenstadt. Während der Veranstaltung fiel den Einsatzkräften ein Teilnehmer auf, der ein DFB-Trikot aus dem Jahr 2024 mit der Rückennummer 44 trug. Nach Einschätzung der Polizei ähnelte die Gestaltung der beiden Ziffern einer sogenannten Sig-Rune.
Hintergrund: Bereits im Frühjahr 2024 hatte das Design der Rückennummer 44 auf den neuen DFB-Trikots für eine bundesweite Debatte gesorgt. Zahlreiche Nutzer und Experten kritisierten damals, dass die Gestaltung der beiden Vierer optisch an die verbotene Doppel-Sig-Rune der SS erinnere.
Als Reaktion sperrte Ausrüster Adidas die Personalisierung mit der Nummer 44 im Onlineshop, der DFB stoppte die Auslieferung bereits bestellter Trikots mit dieser Nummer und kündigte gemeinsam mit seinem Partner 11teamsports eine Überarbeitung der Typografie der Ziffer 4 an, um jegliche Assoziation mit nationalsozialistischer Symbolik künftig auszuschließen.
Das Trikot in Saarbrücken wurde daraufhin sichergestellt. Gegen den Mann wurde ein Ermittlungsverfahren wegen des Verdachts des Verwendens von Kennzeichen verfassungswidriger und terroristischer Organisationen gemäß § 86a StGB eingeleitet. Ob tatsächlich eine strafbare Verwendung vorliegt, müssen nun die weiteren Ermittlungen klären.

Darüber hinaus führte ein weiterer Versammlungsteilnehmer eine Bundesdienstflagge mit sich. Deren private Nutzung stellt nach § 124 des Ordnungswidrigkeitengesetzes eine Ordnungswidrigkeit dar. Die Polizei untersagte die weitere Verwendung der Flagge während der Demonstration und leitete auch in diesem Fall ein entsprechendes Verfahren ein.
Zeitgleich versammelten sich bei zwei Gegenkundgebungen mit dem Motto „Gegen Remigration. Für Demokratie und Menschenwürde“ nach Polizeiangaben insgesamt bis zu 70 Menschen. Die Teilnehmer meldeten spontan ebenfalls einen Demonstrationszug an und folgten der ersten Versammlung.
Zwischen den unterschiedlichen Lagern sowie teilweise auch mit Passanten kam es zu lautstarken Wortgefechten und gegenseitigen Provokationen. Durch das Einschreiten der Polizeikräfte konnten direkte Konfrontationen verhindert werden. Nach Angaben der Einsatzleitung verliefen sämtliche Versammlungen und Aufzüge letztlich störungsfrei. JETZT den neuen Blaulichtreport Saarland WhatsApp-Kanal abonnieren und IMMER DIREKT auf dem Laufenden bleiben (hier klicken)



