Fahrschein-Streit eskaliert völlig: Busfahrer in Neunkirchen geschlagen – Fahrgast demoliert Linienbus
Neunkirchen – (Von unserem Reporter Brandon Lee Posse) Für die Fahrgäste eines Linienbusses der Neunkircher Verkehrs GmbH (NVG) nahm die Fahrt am Dienstagvormittag, 23. Juni ein abruptes Ende. An der Haltestelle Lindenallee kam es zu einer heftigen Auseinandersetzung zwischen einem Fahrgast und dem Busfahrer.
Dabei wurde der Fahrer verletzt, außerdem entstand erheblicher Sachschaden im Fahrzeug. Nach Angaben der Polizei ereignete sich der Vorfall gegen 10.30 Uhr. Auslöser soll ein Streit um einen Fahrschein gewesen sein. Demnach hatte ein 31-jähriger Mann den Bus betreten, ohne ein Ticket vorzuzeigen oder zu erwerben. Als ihn der Busfahrer darauf ansprach, eskalierte die Situation.
Die Auseinandersetzung blieb nicht bei Worten. Nach den bisherigen Ermittlungen soll der 31-Jährige dem Fahrer zunächst gegen den Oberkörper geschlagen haben. Anschließend habe er mit einem mitgeführten Koffer mehrere Scheiben und Monitore im Innenraum des Busses beschädigt.
Doch damit nicht genug: Im weiteren Verlauf soll der Mann dem Busfahrer auch ins Gesicht geschlagen haben. Der Fahrer erlitt dabei leichte Verletzungen. Die Polizei rückte nach dem Vorfall aus, nahm die Personalien der Beteiligten auf und leitete die erforderlichen Maßnahmen ein. Gegen den 31-Jährigen wird nun wegen Körperverletzung und Sachbeschädigung ermittelt.
Wie hoch der entstandene Schaden an dem Linienbus ist, konnte bislang noch nicht beziffert werden. Zur weiteren Aufklärung wurden auch die Aufzeichnungen der Videoüberwachung im Fahrzeug gesichert.
Der Vorfall in Neunkirchen zeigt erneut, mit welchen Situationen Beschäftigte im öffentlichen Nahverkehr immer häufiger konfrontiert werden. Beleidigungen, Bedrohungen und körperliche Angriffe gehören für viele Busfahrer und Zugbegleiter inzwischen zum Berufsalltag.
Besonders Konflikte rund um Fahrscheine oder Beförderungsregeln führen immer wieder zu gefährlichen Eskalationen. Verkehrsunternehmen und Gewerkschaften fordern deshalb seit Jahren mehr Schutz für Beschäftigte sowie konsequente Strafen für Täter.
Erst Anfang des Jahres hatte ein tödlicher Angriff auf einen Zugbegleiter während einer Fahrscheinkontrolle in einem Regionalexpress zwischen Landstuhl und Homburg bundesweit für Entsetzen gesorgt. Der Fall löste erneut eine Debatte über die Sicherheit von Beschäftigten im öffentlichen Nahverkehr aus.
Die Ermittlungen der Polizei dauern an. JETZT den neuen Blaulichtreport Saarland WhatsApp-Kanal abonnieren und IMMER DIREKT auf dem Laufenden bleiben (hier klicken)



