Großeinsatz von Polizei und Zoll gegen Zigarettenmafia – Festnahmen wegen Zigarettenschmuggel sowie gewerbs- und bandenmäßiger Hehlerei/Geldwäsche

 

Saarbrücken. Nach langwierigen Ermittlungen des Dezernats für Organisierte Kriminalität des Landespolizeipräsidiums (LPP) Saarland und des Zollfahndungsamts Frankfurt (ZFA), Dienstsitz Kaiserslautern, konnten heute Vormittag (24.02.2016) im Landkreis St. Wendel zwei Männer im Alter von 25 und 44 Jahren und eine 37- jährige Frau in Sulzbach wegen des Verdachts des Einfuhrschmuggels von Feinschnitttabak und Verdachts der Geldwäsche festgenommen werden. Daneben durchsuchten die Beamten die Wohnungen der Festgenommenen sowie weiterer Tatverdächtiger zum Zweck des Auffindens von Beweismitteln und Sicherstellung von Verfalls- oder Einziehungsgegenständen.

Die Bande, nach derzeitigem Ermittlungsstand bestehend aus zwölf Männern und vier Frauen, allesamt aus Osteuropa stammend, steht seit  Mitte November des vergangenen Jahres (2015) im Fokus der Fahnder.

Als Tathandlung kristallisierte sich folgende Vorgehensweise heraus:

Die Beschuldigten kauften eine große Menge Feinschnitttabak bei einer Vielzahl von Beschaffungsfahrten in Luxemburg ein und verbrachten diesen zunächst in eine eigens dafür angemietete Halle  im Nordsaarland. Hier wurden die Tabakpäckchen professionell umgepackt, um beim Weitertransport nach England die Entdeckung durch die Zollbehörden zu umgehen. Die Versendung der Pakete erfolgte über einen Paketdienst. Beim Eintreffen in England nahmen dort wohnhafte Bandenmitglieder die Pakete in Empfang  und verkauften sie mit hohem Gewinn unter Hinterziehung der Verbrauchssteuer. Bisher kann durch Ermittlungen der Versand von ca. 2.000 Paketen, in denen sich ca. 30 Tonnen Feinschnitttabak befand, nachgewiesen werden. Der Steuerschaden dürfte sich im Millionenbereich bewegen. Daneben ergaben die Recherchen, dass die Hauptverdächtigen im Landkreis Neunkirchen mit den strafbar erlangten Gewinnen eine Immobilie erwarben.

Drei Haftbefehle vollstreckt

Bei der heute Vormittag durchgeführten konzertierten Aktion mit 68 Beamten des LPP und 27 Beamten des ZFA wurden mit entsprechenden Beschlüssen des Amtsgerichts Saarbrücken fünf Wohnungen (drei im Landkreis St. Wendel, je eine in Sulzbach u. Merzig) und ein gewerbliches Objekt im Landkreis St. Wendel durchsucht, wobei umfangreiche Beweismittel (Tabak, Verpackungsmaterial, schriftliche Aufzeichnungen) sowie Verfalls-/Einziehungsgegenstände sichergestellt werden konnten.

Daneben konnte ein Haftbefehl gegen einen Mann, 44 Jahre alt, vollstreckt werden. Bei weiteren zwei festgenommenen Personen (Mann, 25 Jahre; Frau, 37 Jahre) wurde über die Staatsanwaltschaft Saarbrücken Haftbefehl beantragt. Nach Verkünden der Haftbefehle wurden die Beschuldigten in die Justizvollzugsanstalt Saarbrücken bzw. Zweibrücken eingeliefert.

Mit europäischen Haftbefehlen gegen vier Männer im Alter von 28, 36, 37 und 47 Jahren wird derzeit in enger Zusammenarbeit mit den polnischen und englischen Behörden gefahndet.

Zum Zwecke der Beschlagnahme von Vermögen, das den Beschuldigten gehört bzw. das sie durch die Straftaten erlangten, erließ das Amtsgericht Saarbrücken einen Arrestbeschluss über einen Gesamtbetrag von 2,5 Millionen Euro, der durch die Beamten des Landespolizeipräsidiums Saarland (LPP) zeitgleich vollstreckt wurde.

Ermittlungen noch nicht abgeschlossen

In die Ermittlungen, die noch nicht abgeschlossen sind, sind neben dem LPP, dem ZFA auch die britischen Zollbehörden eingebunden, die Maßnahmen gegen die Bande in eigener Zuständigkeit treffen.

Foto: POL

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