Saarbrücken. Saarländische Zielfahnder überführten gestern (21.05.2014) einen 25-jährigen französischen Staatsangehörigen von Caracas/Venezuela nach Saarbrücken. Nach ihm wurde wegen versuchten Mordes und gefährlicher Körperverletzung international gefahndet.

Der Mann hatte im November 2010 in den Räumen eines Saarbrücker Bordells, das er mit seiner Mutter und einem weiteren Geschäftspartner betrieb, mit einem Fleischerbeil auf den Geschäftspartner eingeschlagen und diesen erheblich am Kopf verletzt. Der Beschuldigte war für die Polizei kein Unbekannter. Gegen ihn wurde wegen Banküberfällen im Saarland und Frankreich und in Norwegen wegen Menschenhandels und Zuhälterei ermittelt. In Frankreich waren er und seine Mutter wegen Banküberfällen zu mehrjährigen Haftstrafen verurteilt worden. Während seine Mutter derzeit noch deswegen in Frankreich in Haft ist, wurde F. unter Auflagen auf freien Fuß gesetzt. Danach erfuhr der 25-Jährige, dass in Deutschland gegen ihn wegen des versuchten Mordes ermittelt wird und tauchte unter, bevor ihn die französischen Behörden an Deutschland ausliefern konnten.

Im Auftrag der Staatsanwaltschaft Saarbrücken übernahm die Zielfahndung des Landespolizeipräsidiums Saarland im Dezember 2012 die Suche. Den Zielfahndern gelang es, seine Spur von Frankreich nach Venezuela nachzuverfolgen und ihn in Cumana/Provinz Sucre (ca. 300 km östlich von Caracas/Venezuela) zu lokalisieren. Er hielt sich dort bei seiner Lebensgefährtin, einer venezolanischen Staatsangehörigen, versteckt. Im Rahmen intensiver internationaler Zusammenarbeit, unter Einbeziehung des BKA und Interpol Caracas, konnte er Ende letzten Jahres in Venezuela festgenommen werden. Nachdem das zuständige Gericht in Venezuela seine Auslieferung bewilligt hatte, erfolgte die Überführung von Caracas nach Deutschland am 20./21.05. 2014.

Bei seiner Ankunft wurde der Festgenommene dem Haftrichter vorgeführt und wartet nun in der JVA auf sein Verfahren.

Kommentare

Kommentare