Hund in Sulzbach vor Hitzetod gerettet: PETA appelliert an Hundehalter, Tiere auch bei frühlingshaften Außentemperaturen niemals im Auto zurückzulassen

 

Sulzbach.  Autos können schon jetzt zur Todesfalle für Hunde werden: Einem Medienbericht zufolge wurde ein Hund in Sulzbach vergangenen Sonntag offenbar über mehrere Stunden im Kofferraum eines Pkws zurückgelassen, der in der prallen Sonne geparkt war. Da die hinzugerufene Polizei die Halterin nicht ausfindig machen konnte, schlugen die Beamten die Scheibe ein, befreiten den Hund aus der lebensbedrohlichen Situation und brachten ihn zunächst im Tierheim unter. Gegen die Halterin werde Anzeige wegen Verstoßes gegen das Tierschutzgesetz erstattet. Da jedes Jahr zahlreiche Tiere qualvoll im Wageninneren an Hitzschlägen sterben, appelliert die Tierrechtsorganisation PETA an Hundehalter, ihre tierischen Begleiter niemals alleine im Auto zurückzulassen.

„Dass die Sonne ein Auto trotz frühlingshafter Außentemperatur derart erhitzen kann, ist vielen Hundehaltern nicht bewusst“, so Jana Hoger, Fachreferentin für tierische Mitbewohner bei PETA. „Hunde dürfen niemals unbeaufsichtigt im Auto zurückgelassen werden – unabhängig von der Jahreszeit. Wir bitten alle Menschen, in solch gefährlichen Situationen einzuschreiten. Ist der Halter nicht vor Ort, sollte sofort die Polizei gerufen werden.“

 

PETA weist darauf hin, dass die Außentemperaturen im Frühjahr oft täuschen: Bereits wenige Minuten in der Sonne reichen, um ein geparktes Auto auf bis zu 70 Grad Celsius zu erhitzen. Sind Hunde hohen Temperaturen ausgesetzt, geraten sie in einem Auto schnell in Panik. Da sie nur wenige Schweißdrüsen haben und sich hauptsächlich über Hecheln abkühlen, erleiden sie im heißen Wageninneren schnell irreparable Organschäden oder einen Herzstillstand. Nach Ansicht der Tierrechtsorganisation sollten Tiere niemals alleine in einem Wagen zurückbleiben müssen.

 

Entdecken Menschen einen hilflosen Hund im Auto, ist schnelles Handeln gefragt. Anzeichen für hitzebedingte Lebensgefahr sind taumelnde Bewegungen und Gleichgewichtsstörungen, deutliche Rötung von Zunge und Schleimhäuten, starkes Hecheln, eventuell Erbrechen und zunehmende Teilnahmslosigkeit. In einer solch bedrohlichen Situation sollten Tierfreunde in Betracht ziehen, die Scheibe einzuschlagen. Dies kann unter Umständen rechtliche Konsequenzen nach sich ziehen, die jedoch in keinem Verhältnis zum Tod des Tieres stehen. Allerdings sind PETA keine Fälle bekannt, in denen rechtliche Folgen für Tierretter entstanden sind. Steht das Auto auf einem Supermarktparkplatz, sollten Tierfreunde den Fahrzeughalter ausrufen lassen – selbstverständlich jedoch nur, wenn das Tier noch nicht in akuter Lebensgefahr schwebt.

Kann der Hund aus dem Auto befreit werden, sind sofort Erste-Hilfe-Maßnahmen erforderlich. Auch wenn sich der Zustand des Tieres durch die Versorgung scheinbar verbessert, muss der Hund wegen möglicher Folgeschäden der inneren Organe umgehend tierärztlich untersucht werden.

 

PETAs Motto lautet: Tiere sind nicht dazu da, dass wir sie essen, sie anziehen, sie uns unterhalten, wir an ihnen experimentieren oder sie in irgendeiner anderen Form ausbeuten.

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