Neunkirchen. Fast schon sprichwörtlich vom Regen in die Traufe ging es am Donnerstagnachmittag und -abend, 24. Mai für die Freiwillige Feuerwehr Neunkirchen. Am späten Nachmittag suchte zuerst ein schweres Gewitter die Kreisstadt heim und überflutete zahlreiche Keller, welche durch die Feuerwehr leergepumpt werden mussten. Später am Abend, gerade als die Feuerwehrleute im Stadtteil Furpach ihre Unwetterbereitschaft auflösten, entdeckten sie selbst eine bedrohliche dunkle Rauchsäule die am Horizont aufstieg. Eine der Holzhütten im Robinsondorf, einem Feriendorf, brannte trotz des schnellen Einsatzes der Feuerwehr komplett nieder.

Schlag auf Schlag ging es für die Neunkircher Feuerwehr als am späten Donnerstagnachmittag sintflutartige Regenfälle über der Stadt, vor allem über den Stadtteilen Wellesweiler, Furpach, Kohlhof und Teilen der Innenstadt, einsetzten. In kurzer Folge liefen gegen 17:15 Uhr die ersten Einsätze für die Löschbezirke Wellesweiler und Furpach auf. Schnell folgten ihnen weitere Alarmmeldungen. Am Ende kamen mehr als zwei Dutzend Alarme zusammen. In der Mehrheit waren durch den starken Gewitterregen Keller und Wohnräume überflutet worden. Teilweise hatte sich das Oberflächenwasser auch in Geschäftsräume hineingedrückt, wie beispielsweise in der Bliesstraße. Die Vielzahl an Einsätzen konnte durch die Löschbezirke Wellesweiler, Furpach, Neunkirchen-Innenstadt und Ludwigsthal Stück für Stück abgearbeitet werden. Koordiniert wurde das Geschehen vom Einsatzleitwagen am Wellesweiler Gerätehaus aus. Von diesem Kommandoposten aus wurden die Einsätze priorisiert und dann an die verschiedenen Feuerwehreinheiten zur Abarbeitung weitergegeben. Um für alle Fälle gewappnet zu sein wurde durch den Löschbezirk Wiebelskirchen für die Dauer des Unwetters eine Einsatzbereitschaft für die Stadt Neunkirchen gestellt.

Weil sich für die Abendstunden ein weiteres Gewitter über Neunkirchen abzeichnete verblieben auch nach Abarbeitung aller Einsätze die Angehörigen der Löschbezirke Furpach und Wellesweiler weiterhin in Bereitschaft in ihren Gerätehäusern. Zu weiteren Unwettereinsätzen in Neunkirchen kam es durch das zweite Gewitter nicht. Stattdessen bemerkten die Furpacher Feuerwehrangehörigen gerade als sie gegen 20:30 Uhr ihre Einsatzbereitschaft beenden und das Gerätehaus verlassen wollten eine besorgniserregende, dunkelschwarze Rauchsäule am Horizont. Auf der Schwelle des Gerätehauses machten die Feuerwehrleute wieder kehrt, eilten durch die Umkleide zurück zu den Löschfahrzeugen und rückten nach kurzer Meldung bei der Leitstelle über Funk zur näheren Erkundung der Rauchentwicklung aus. Weil die Feuerwehrleute den Ursprung der Rauchsäule im Waldgebiet zwischen Furpach und dem Eschweilerhof vermuteten teilten sich die beiden Furpacher Löschfahrzeuge auf. Eines der Fahrzeuge schlug den Weg über die Kirkeler Straße in Richtung Eschweiler Hof ein, während das zweite Löschfahrzeug über die sogenannte Kirschenallee durch das Waldgebiet hindurch fahren wollte. Bereits am Waldrand konnten die Feuerwehrleute als Ursprungsort für die Rauchsäule aber das Robinsondorf ausmachen. Mitten in dem kleinen Feriendorf stand eine der für die Übernachtungsgäste bestimmten Hütten aus unbekannter Ursache in hellen Flammen. Bemerkt hatte den Brand in dem gerade leer stehenden Feriendorf zunächst niemand. Erst als die Feuerwehr bereits ausgerückt war gingen erste Notrufe bei der Leitstelle ein. Mit mehreren unter Atemschutz vorgenommenen Strahlrohren konnten die Feuerwehrleute den Brand zügig niederkämpfen und unter Kontrolle bringen. Dennoch wurde die Holzhütte ein Raub der Flammen und brannte komplett nieder. Bei der Brandbekämpfung erhielten die Furpacher Feuerwehrleute Unterstützung durch zwei Löschfahrzeuge aus den Löschbezirken Wellesweiler und Ludwigsthal. Gegen 22:30 Uhr vermeldete die Feuerwehr schließlich „Feuer aus“, nachdem die letzten Glutnester in den Resten der Holzhütte mit einer erstickenden Schicht aus Löschschaum abgelöscht worden waren. Kurz darauf konnten die letzten der mit fünf Fahrzeugen ausgerückten 30 Feuerwehrleute ihren Einsatz wieder beenden. Mehr als doppelt so viele Feuerwehrangehörige waren zuvor schon mit der Abarbeitung der Unwettereinsätze am späten Nachmittag beschäftigt gewesen.

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