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Saarbrücken. Gestern durchsuchten 25 Zöllnerinnen und Zöllner, gemeinsam mit der Staatsanwaltschaft Kaiserslautern – Zentralstelle für Wirtschaftsstrafsachen – und der Steuerfahndungs- und Strafsachenstelle des Finanzamts Neustadt an der Weinstraße, wegen des Verdachts der organisierten Schwarzarbeit und der Steuerhinterziehung insgesamt fünf Wohn- und Geschäftsräume im Landkreis Germersheim.

Zeitgleich wurde der mutmaßliche faktische Geschäftsführer des betreffenden Bauunternehmens vorläufig festgenommen. Er steht im Verdacht, durch Schwarzlohnzahlungen an seine Beschäftigten Sozialversicherungsbeiträge und Steuern von mehr als zweieinhalb Millionen Euro hinterzogen zu haben.

Der 53-jährige Beschuldigte wurde noch am selben Tag der Ermittlungsrichterin des Amtsgerichts Kaiserslautern vorgeführt, welche die Untersuchungshaft wegen Wiederholungsgefahr angeordnet hat. Der 53-Jährige machte von seinem Schweigerecht Gebrauch.

Nach dem jetzigen Stand der Ermittlungen sieht sein seit mindestens 2012 bestehendes „Geschäftsmodell“ vor, dass in regelmäßigen zeitlichen Abständen Firmen mittels sogenannter „Strohmänner“ gegründet werden. Mit Hilfe von Scheinrechnungen von angeblichen Subunternehmern werden in der Buchhaltung Bauleistungen abgerechnet, die tatsächlich nicht vom Aussteller der Rechnungen selbst, sondern von Schwarzarbeitern des Beschuldigten erbracht werden.

Die so verbuchten und bar freigesetzten Gelder werden dazu genutzt, den Arbeitern Schwarzlöhne auszuzahlen ohne die Steuern und Abgaben zu entrichten. Während der Durchsuchungsmaßnahme konnten umfangreiche Beweismittel sichergestellt werden. Neben Geschäftsunterlagen wurden auch elektronische Datenträger zur Auswertung sichergestellt.

PM/Foto: Zoll (Archiv) 

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