Wolfspeed-Fabrik in Ensdorf vor Aus – ZF zieht sich zurück
Ensdorf – Ein wäre ein weiterer schwerer Schlag für die saarländische Wirtschaft: Der Automobilzulieferer ZF wird sich nicht mehr an der geplanten Chipfabrik des US-Konzerns Wolfspeed im saarländischen Ensdorf beteiligen. Das berichtet das Handelsblatt unter Berufung auf hochrangige Regierungs- und Branchenkreise. Damit steht auch die zweite, vielversprechende Ansiedlung vor dem Aus, nachdem erst im September bekannt wurde, dass der chinesische Konzern SVolt seine Pläne für eine Batteriefabrik in Überherrn nicht weiter verfolgt.
Mit diesem Rückzug scheint das 2,75 Milliarden Euro schwere Projekt vor dem Aus zu stehen. Ursprünglich hatten Wolfspeed und ZF geplant, in Ensdorf eine hochmoderne Fabrik für energieeffiziente Siliziumkarbid-Chips (SiC) zu errichten. Die Inbetriebnahme war für 2027 vorgesehen.
Im Frühjahr 2023 stellten Bundeskanzler Olaf Scholz, Bundeswirtschaftsminister Robert Habeck, Saar-Ministerpräsidentin Anke Rehlinger, Saar-Wirtschaftsminister Jürgen Barke und Wolfspeed CEO Gregg Lowe noch gemeinsam mit Vertretern von ZF das Projekt vor Ort in Ensdorf in einem aufwändig inszenierten Auftritt vor.

Die Gründe für den Rückzug von ZF liegen offenbar in den zunehmenden Schwierigkeiten des US-Konzerns Wolfspeed. Das Unternehmen schreibt tiefrote Zahlen und kämpft in seinen amerikanischen Werken mit erheblichen technischen Problemen. Seit Monaten hat sich Wolfspeed-CEO Gregg Lowe nicht mehr öffentlich zu dem Projekt geäußert. Aber auch ZF selbst geht es nicht gut. Letzte Woche hat ZF angekündigt im Saarbrücker Werk bis Ende 2025 ganze 1.800 Stellen zu streichen.
Die Zukunft der geplanten Chipfabrik in Ensdorf ist damit ungewisser den je. Es ist fraglich, ob Wolfspeed das Projekt ohne die finanzielle Beteiligung von ZF alleine stemmen kann. Die Entscheidung von ZF dürfte auch andere potenzielle Investoren verunsichern. JETZT den neuen Blaulichtreport Saarland WhatsApp-Kanal abonnieren und IMMER DIREKT auf dem Laufenden bleiben (hier klicken)



