„Nicht mit mir!“ – Saar-CDU-Mann Theis schließt Zusammenarbeit mit AfD aus
Saarbrücken – Deutliche Worte aus der Saar-CDU: Der saarländische Bundestagsabgeordnete Roland Theis macht klar, dass er eine Zusammenarbeit seiner Partei mit der AfD nicht mittragen würde. Besonders eine CDU-Minderheitsregierung, die für ihre Entscheidungen auf Stimmen der AfD angewiesen wäre, lehnt er entschieden ab. Eine solche Regierung wäre für ihn „de facto eine Regierung von Gnaden der AfD“.
Theis schreibt weiter: „Ich trage das nicht mit.“ Wer glaube, gemeinsam mit der AfD etwa Reformen des Sozialstaats durchsetzen zu können, sei aus seiner Sicht „blind und naiv“. CDU und SPD müssten stattdessen ihrer Verantwortung gerecht werden und Reformen umsetzen, ohne dabei die politische Stabilität des Landes aufs Spiel zu setzen.
Theis gehört seit Jahren zur Saar-CDU. Er war unter anderem Generalsekretär der Landespartei, saß im saarländischen Landtag und war Staatssekretär in der früheren CDU-geführten Landesregierung. Seit 2025 sitzt der Jurist für den Wahlkreis St. Wendel im Bundestag. Seine Aussagen betreffen zwar zunächst die aktuelle bundespolitische Diskussion – interessant werden sie aber auch mit Blick auf die Landtagswahl im Saarland im kommenden Jahr.
Denn wie die Kräfteverhältnisse nach der Wahl am 18. April 2027 aussehen werden, ist derzeit völlig offen. Die letzte repräsentative Saarland-Umfrage stammt bereits aus dem November 2025. Damals kam die SPD auf 27 Prozent, die CDU auf 25 Prozent und die AfD bereits auf 23 Prozent. Zum Vergleich: Bei der Landtagswahl 2022 hatte die AfD lediglich 5,7 Prozent erreicht.
Seitdem hat sich die politische Stimmung in Deutschland jedoch deutlich verändert. Im aktuellen bundesweiten DeutschlandTrend vom September liegt die AfD bei 27 Prozent und damit vor der Union mit 21 Prozent. Das lässt sich nicht eins zu eins auf das Saarland übertragen. Es zeigt aber, dass die Möglichkeit, dass die AfD auch im Saarland weiter zulegt oder sogar stärkste Kraft wird, nicht einfach ausgeschlossen werden kann.
Selbst ein erster Platz bei der Landtagswahl würde allerdings noch nicht automatisch bedeuten, dass die AfD anschließend den Ministerpräsidenten stellt. Dafür braucht es Mehrheiten im Landtag. Genau deshalb könnte nach der Wahl die Frage entscheidend werden, wie sich SPD und CDU positionieren, falls keine von beiden alleine regieren kann und die AfD sehr stark abschneidet.
Und genau vor diesem Hintergrund bekommt die Aussage von Roland Theis auch im Saarland eine besondere Bedeutung: Für ihn ist die Grenze klar. Eine CDU-Regierung, die von den Stimmen der AfD abhängig wäre, kommt nicht infrage. JETZT den neuen Blaulichtreport Saarland WhatsApp-Kanal abonnieren und IMMER DIREKT auf dem Laufenden bleiben (hier klicken)



