Terrorverdacht: Bundesanwaltschaft lässt Mann in Saarbrücken festnehmen

Saarbrücken – Schlag gegen eine mutmaßliche terroristische Vereinigung mit einer Festnahme im Saarland: Die Bundesanwaltschaft hat am Dienstag zwei Männer festnehmen lassen. Einer der beiden Beschuldigten wurde in der Nähe von Saarbrücken gefasst, der zweite in Stuttgart. An den Einsätzen waren Beamte des Bundeskriminalamts und der Bundespolizei beteiligt.

Bei den Festgenommenen handelt es sich nach Angaben der Bundesanwaltschaft um den eritreischen Staatsangehörigen Merhawi A. und den deutschen Staatsangehörigen Shimangus T. Die Ermittler verdächtigen beide dringend, Mitglieder einer inländischen terroristischen Vereinigung zu sein. Merhawi A. wird darüber hinaus Landfriedensbruch in zwei Fällen zur Last gelegt.

Im Mittelpunkt der Ermittlungen steht die sogenannte „Brigade N’Hamedu Deutschland“. Die beiden Beschuldigten sollen die Gruppierung im August 2022 mitgegründet haben. Nach Darstellung der Bundesanwaltschaft war sie international vernetzt und verfolgte das Ziel, die Regierung Eritreas zu stürzen. Dabei soll die Gruppe auch gewaltsame Aktionen gegen Veranstaltungen von Anhängern der eritreischen Regierung in Deutschland befürwortet haben.

Nach den Vorwürfen der Ermittler richtete sich die Gewalt nicht ausschließlich gegen Teilnehmer solcher Veranstaltungen. Auch Angriffe auf deutsche staatliche Institutionen sowie auf Polizeibeamte, die zum Schutz der Veranstaltungen eingesetzt waren, sollen innerhalb der Gruppierung als legitimes Mittel angesehen worden sein. Bei mehreren Zusammenkünften der regimetreuen eritreischen Diaspora kam es in der Folge zu schweren Ausschreitungen.

Konkret nennt die Bundesanwaltschaft Veranstaltungen am 20. August 2022 und 8. Juli 2023 in Gießen sowie am 16. September 2023 in Stuttgart. Zahlreiche Mitglieder der „Brigade N’Hamedu Deutschland“ sollen dort Teilnehmer und Einsatzkräfte angegriffen haben. Führungspersonen der Gruppierung sollen die Ausschreitungen koordiniert und dabei sogar zum Einsatz potenziell tödlicher Gewalt aufgerufen haben.

Bei den Angriffen sollen unter anderem Wurf- und Schlaggegenstände eingesetzt worden sein, teilweise gezielt gegen den Kopfbereich der Opfer. Zahlreiche Polizeibeamte sowie mehrere Veranstaltungsteilnehmer wurden dabei nach Angaben der Ermittler verletzt, einige von ihnen schwer. Im Sommer 2024 erklärte die Gruppierung schließlich, künftig auf gewaltsame Ausschreitungen verzichten zu wollen.

Für die beiden nun Festgenommenen geht das Verfahren zunächst in Karlsruhe weiter. Merhawi A. und Shimangus T. sollen noch am Dienstag dem Ermittlungsrichter des Bundesgerichtshofs vorgeführt werden. Dort werden ihnen die Haftbefehle eröffnet. Anschließend entscheidet der Ermittlungsrichter darüber, ob die beiden Männer in Untersuchungshaft kommen. JETZT den neuen Blaulichtreport Saarland WhatsApp-Kanal abonnieren und IMMER DIREKT auf dem Laufenden bleiben (hier klicken)

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