Polizeikollegen mit erschütternden Aussagen im Prozess um den Tod von Polizist Simon Bohr
Saarbrücken/Vöklingen – Der Mordprozess um den in Völklingen getöteten Polizeibeamten Simon Bohr bleibt geprägt von eindringlichen und emotionalen Zeugenaussagen. Mehrere Kolleginnen und Kollegen schilderten vor dem Landgericht Saarbrücken, was sie am Tag der Tat erlebt haben – und wie verzweifelt sie versuchten, dem schwer verletzten Beamten zu helfen. Viele von ihnen konnten dem Angeklagten nicht persönlich gegenübertreten und wurden per Videoschalte vernommen, da die seelische Belastung bis heute zu groß ist.
Besonders bewegend war die Aussage eines jungen Polizeischülers, der gemeinsam mit Simon Bohr den mutmaßlichen Täter nach einem Tankstellenüberfall verfolgte. Er berichtete von dem Gerangel, bei dem der Angreifer seine Dienstwaffe an sich brachte, und von den Sekunden, in denen plötzlich Schüsse fielen. Der Polizeischüler überlebte nur dank seiner Schutzweste. Simon Bohr jedoch brach schwer getroffen zusammen. Der Zeuge schilderte, wie der Täter sich dem am Boden liegenden Beamten näherte und weitere Schüsse abgab.
Eine weitere Polizistin, die kurz darauf am Tatort eintraf, beschrieb die Szene unter Tränen. Sie habe ihren Kollegen regungslos am Boden liegen sehen, während in der Umgebung Panik ausbrach. Trotz anhaltender Gefahr sei sie zu Simon Bohr gegangen, habe sich zu ihm gekniet und seine Hand gehalten. Immer wieder habe sie versucht, ihn zu beruhigen und ihm Mut zuzusprechen. Hilfe sei nur verzögert eingetroffen, viele Schaulustige hätten hilflos dagestanden.
Besonders nahe ging dem Gerichtssaal eine Erinnerung, die die Beamtin schilderte: In seinen letzten Momenten habe Simon Bohr noch den Namen seiner Ehefrau gesagt. Wenig später erlag der 34-Jährige im Krankenhaus seinen schweren Verletzungen. Die Aussagen machten deutlich, wie tief die Tat die Polizei bis heute erschüttert. Zahlreiche Kolleginnen und Kollegen befinden sich laut Zeugenaussagen weiterhin in psychologischer Behandlung. Der Prozess wird fortgesetzt. JETZT den neuen Blaulichtreport Saarland WhatsApp-Kanal abonnieren und IMMER DIREKT auf dem Laufenden bleiben (hier klicken)



