Hitlergruß im Ludwigspark: Polizei ermittelt nach Vorfall im Essener Fanblock
Saarbrücken – (Videolink am Ende des Beitrags) Der deutliche 5:2-Heimsieg des 1. FC Saarbrücken gegen Rot-Weiss Essen wird von einem Vorfall auf den Zuschauerrängen überschattet. Während der Drittliga-Partie am vergangenen Sonntag (9. August 2026) soll ein Besucher im Gästebereich des Saarbrücker Ludwigsparkstadions den verbotenen Hitlergruß gezeigt haben. Videoaufnahmen der Szene verbreiteten sich anschließend in sozialen Netzwerken und sorgen seitdem bundesweit für Empörung.
Die Bilder stammen offenbar aus der Phase kurz nach dem zwischenzeitlichen 1:0 für die Gäste. Ben Hüning hatte Essen in der 21. Minute in Führung gebracht. Auf den Aufnahmen ist zu erkennen, wie ein Mann im Essener Block seinen rechten Arm nach oben streckt. Bemerkenswert ist auch die unmittelbare Reaktion eines anderen Zuschauers: Dieser greift ein und drückt den Arm des Mannes wieder herunter. Die Identität der betreffenden Person ist bislang nicht öffentlich bekannt.
Der Vorfall beschäftigt inzwischen auch die Ermittlungsbehörden. Nach Medienberichten bestätigte der 1. FC Saarbrücken, dass der Sachverhalt von der Polizei aufgenommen wurde. Zur Klärung sollen vorhandene Video- und Bildaufnahmen ausgewertet werden. Das Verwenden von Kennzeichen verfassungswidriger und terroristischer Organisationen kann nach § 86a Strafgesetzbuch strafbar sein; darunter fällt grundsätzlich auch das öffentliche Zeigen des sogenannten Hitlergrußes. Welche strafrechtliche Bewertung im konkreten Fall erfolgt, müssen die weiteren Ermittlungen zeigen.
Rot-Weiss Essen reagierte deutlich auf die Aufnahmen und distanzierte sich von dem Verhalten. Der Verein erklärte, bereits Kontakt zu den Ermittlungsbehörden sowie zum zuständigen Fanprojekt aufgenommen zu haben. Im Mittelpunkt stehe zunächst die Identifizierung des Mannes. Sollte sich der Verdacht bestätigen und die Person ermittelt werden, stellt der Drittligist Konsequenzen in Aussicht. Neben strafrechtlichen Schritten kommen nach Angaben des Vereins auch ein Haus- beziehungsweise Stadionverbot und gegebenenfalls vereinsrechtliche Maßnahmen infrage.
Für den 1. FC Saarbrücken und die Fußballfans im Saarland bekommt damit ausgerechnet ein sportlich äußerst erfolgreicher Nachmittag einen bitteren Beigeschmack. Mehr als fünf Tore und der überzeugende Auftritt des FCS im heimischen Ludwigspark bestimmen nun nicht allein die Schlagzeilen rund um die Partie. Stattdessen richtet sich die Aufmerksamkeit auch auf eine wenige Sekunden dauernde Szene im Gästeblock, die mit dem sportlichen Geschehen nichts zu tun hatte.
Rot-Weiss Essen betont unterdessen, für Vielfalt, Respekt und ein friedliches Miteinander einzustehen und diskriminierendes sowie menschenverachtendes Verhalten abzulehnen. Nun bleibt abzuwarten, ob die Person anhand der verfügbaren Aufnahmen identifiziert werden kann und welche Konsequenzen daraus folgen.
Die Fanseite „Rot-Weisse Solidarität“, ein Bündnis von RWE-Fans, das sich für eine solidarische Fan-Kultur und gegen Diskriminierung organisiert und einsetzt, hat ein Video von dem Vorfall auf X gepostet:
Hüning zeigt sich von seiner besten Seite und einige in unserer Kurve von der schlechtesten… #FCSRWE #RWE @medif_nrw pic.twitter.com/LqPg1TNA8S
— Rot-Weisse Solidarität (@RWSolidaritaet) August 10, 2026




