Tausende Ratten und illegale Pistole: Ermittlungen nach Razzia in Wildpark

Kreis Kusel – Nach der großangelegten Durchsuchung eines Wildparks und Greifvogelzoos im Nordpfälzer Bergland haben Staatsanwaltschaft und Polizei neue Einzelheiten bekannt gegeben. Rund zehn Stunden lang hatten Einsatzkräfte am Mittwoch das etwa 30 Hektar große Gelände sowie Wohn- und Geschäftsräume des 60-jährigen Betreibers durchsucht. Hintergrund sind Ermittlungen wegen des Verdachts auf Verstöße gegen das Tierschutzgesetz.

Die Kriminaldirektion Kaiserslautern ermittelt bereits seit Juli aufgrund entsprechender Hinweise. Der Verdacht hat sich nach Angaben der Behörden allerdings nur teilweise bestätigt. Beim regulären Tierbestand des Parks, in dem offiziell rund 800 Tiere leben, fanden die Ermittler bislang keine Anhaltspunkte für strafbare Verstöße gegen das Tierschutzgesetz. Auch Tiere wurden bei dem Einsatz nicht sichergestellt.

Anders sieht es bei einer auf dem Gelände entdeckten Rattenzucht aus. Polizei und Veterinäramt gehen davon aus, dass dort mehrere tausend Ratten gehalten werden, die offenbar als Futter für die Greifvögel dienen. Dem Betreiber wird vorgeworfen, die Tiere vor der Verfütterung unsachgemäß getötet zu haben. Ob darin ein strafbarer Verstoß gegen das Tierschutzgesetz liegt, ist nun Gegenstand der weiteren Ermittlungen.

Bei der Durchsuchung des Wohnanwesens machten die Beamten zudem einen weiteren Fund: Sie stellten eine Pistole samt Munition sicher, für die der 60-Jährige keine waffenrechtliche Erlaubnis vorweisen konnte. Bei der Waffe soll es sich mutmaßlich um ein Erbstück handeln. Gegen den Betreiber wird deshalb auch wegen des Verdachts eines Verstoßes gegen das Waffenrecht ermittelt. Die Kreisverwaltung Kusel stellte in diesem Zusammenhang außerdem die Waffen sicher, die der Mann bislang legal besaß.

An dem rund zehnstündigen Einsatz waren neben Polizei und Kriminaldirektion auch das Veterinäramt, der Kommunale Vollzugsdienst sowie weitere Einsatzkräfte beteiligt. Zur Unterstützung wurde eine Polizeidrohne eingesetzt. Nach Angaben der Behörden verhielten sich der Betreiber und seine Mitarbeiter während der gesamten Durchsuchung kooperativ.

Der Wildpark und Greifvogelzoo darf vorerst unter Auflagen geöffnet bleiben. Fachkräfte des Veterinäramts haben den Tierbestand begutachtet, ihr schriftliches Ergebnis steht allerdings noch aus. Ebenfalls noch ungeklärt ist, wie mit den mehreren tausend Ratten weiter verfahren wird. Darüber entscheidet das Veterinäramt nach Abschluss seiner Prüfung. JETZT den neuen Blaulichtreport Saarland WhatsApp-Kanal abonnieren und IMMER DIREKT auf dem Laufenden bleiben (hier klicken)

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