
700 Grad im Keller! Feuer-Drama in Saarbrücken – 18 Bewohner retten sich ins Freie
Dichter Rauch zieht durch St. Arnual – Großeinsatz bei 30 Grad Hitze – Polizei prüft auch mögliche Brandstiftung Saarbrücken. Meterhohe Rauchschwaden, extreme Temperaturen und
Saarbrücken. Meterhohe Rauchschwaden, extreme Temperaturen und ein kräftezehrender Einsatz für die Feuerwehr: Am Sonntag gegen 11.20 Uhr ist in einem Mehrfamilienhaus an der Rubensstraße, Ecke Weißenburger Straße, im Saarbrücker Stadtteil St. Arnual ein Kellerbrand ausgebrochen.
Als die ersten Einsatzkräfte vor Ort eintrafen, drang bereits dichter schwarzer Rauch aus dem Gebäude und breitete sich in den umliegenden Straßenzügen aus. Weil zunächst unklar war, ob sich noch Menschen im Haus befanden, gingen sofort mehrere Trupps unter schwerem Atemschutz in das Gebäude und suchten die Wohnungen und das Treppenhaus ab.
Insgesamt 18 Bewohner des Brandhauses und eines angrenzenden Gebäudes konnten sich noch vor dem Eintreffen der Feuerwehr selbstständig ins Freie retten. Nach bisherigen Erkenntnissen wurde niemand verletzt.
Bis zu 700 Grad im Keller gemessen
Die Löscharbeiten entwickelten sich für die rund 50 eingesetzten Feuerwehrleute zu einer extremen Belastungsprobe. Bei Außentemperaturen von rund 30 Grad mussten die Atemschutztrupps immer wieder ausgetauscht werden.

„Im Kellerbereich wurde eine Temperatur von 600 bis 700 Grad gemessen“, erklärte Einsatzleiter Julian Oster von der Berufsfeuerwehr.
Nach ihren Einsätzen mussten die Feuerwehrleute ihre Geräte und Schutzkleidung ablegen. Anschließend wurden sie vorsorglich vom Rettungsdienst untersucht und mit ausreichend Getränken versorgt. Nach Angaben des Einsatzleiters kollabierte trotz der enormen Belastung niemand.
Keller nach Löscharbeiten mit Schaum geflutet
Erst nach mehr als einer Stunde schweißtreibender Löscharbeiten konnte das Feuer unter Kontrolle gebracht werden. Anschließend fluteten die Einsatzkräfte den betroffenen Kellerbereich mit Löschschaum. Damit sollte verhindert werden, dass versteckte Glutnester erneut aufflammen.
Sobald der Keller wieder gefahrlos betreten werden kann, sollen die Brandermittler der Polizei ihre Arbeit aufnehmen. Die Ursache des Feuers ist derzeit noch völlig unklar.
Nach Angaben der Einsatzkräfte wird in alle Richtungen ermittelt. Sowohl ein technischer Defekt als auch eine vorsätzliche Brandlegung kommen derzeit als mögliche Ursache infrage.

Bewohner berichten von mehreren ungeklärten Bränden
Brisant: Bewohner des Hauses berichten, dass es innerhalb der vergangenen eineinhalb Jahre bereits mehrfach zu ungeklärten Bränden im direkten Umfeld des Gebäudes gekommen sein soll. Demnach habe es sowohl im Keller als auch im Treppenhaus gebrannt. Außerdem sei ein Auto unmittelbar vor dem Haus in Flammen aufgegangen.
Ob ein Zusammenhang zwischen den einzelnen Vorfällen besteht, ist bislang nicht geklärt und nun Gegenstand der polizeilichen Ermittlungen.
Noch am Nachmittag war unklar, ob die Bewohner in ihre Wohnungen zurückkehren können oder vorübergehend in Ersatzunterkünften untergebracht werden müssen.
„Kernstadtalarm“ in Saarbrücken ausgelöst
Die Feuerwehr war mit rund 50 Einsatzkräften der Feuerwachen 1 und 2 sowie Einheiten der Freiwilligen Feuerwehr vor Ort. Unterstützt wurden sie von zwei Rettungswagen, einem Notarztwagen und drei Funkstreifenwagen der Polizei.

Um den Brandschutz im restlichen Saarbrücker Stadtgebiet weiterhin sicherzustellen, wurde der sogenannte „Kernstadtalarm“ ausgelöst. Dabei werden die nicht unmittelbar am Einsatz beteiligten Einheiten der Freiwilligen Feuerwehr in erhöhte Alarmbereitschaft versetzt.



