Rassismus-Vorwürfe bei der NVG: War Schaufert kein Einzelfall?
Neunkirchen – (Von unserem Reporter Thorsten Kremers) Im Skandal um die Neunkircher Verkehrs GmbH (NVG) gibt es neue Vorwürfe. Nachdem bereits über Mobbing, Manipulationen und ein vom Arbeitsgericht beschriebenes „System der Angst“ berichtet wurde, geht es nun erneut um mögliche rassistische und diskriminierende Äußerungen innerhalb des kommunalen Unternehmens. Im Fokus steht diesmal eine Person aus dem Verwaltungs- und Personalbereich, die nach Angaben des Berichts auch SPD-Mitglied ist.
Ausgangspunkt war eine Verhandlung vor dem Arbeitsgericht Saarbrücken. Dort wurde ein Zeuge gefragt, ob neben dem früheren Betriebsratsvorsitzenden Heiko Schaufert weitere Personen bei der NVG durch rassistische Äußerungen aufgefallen seien. Der Zeuge bestätigte dies, wollte jedoch keinen Namen nennen. Der Vorfall soll etwa vier Jahre zurückliegen.
Bei anschließenden Recherchen wurden dem Bericht zufolge Unterlagen und Beschwerden gegen eine Person aus dem Verwaltungs- und Personalbereich eingesehen. Darin geht es um Mobbing sowie rassistische beziehungsweise diskriminierende Äußerungen. Unter anderem sollen abwertende Begriffe wie „Kanaken“ und „Halals“ gefallen sein. Eine Quelle habe zudem bestätigt, dass es mehrere schriftliche Beschwerden gegeben habe.
Die Vorwürfe sind bislang nicht gerichtlich festgestellt. Deshalb ist offen, ob und in welchem Umfang die Anschuldigungen zutreffen. Von besonderer Bedeutung ist jedoch die Position der beschuldigten Person im Personalbereich der NVG. Zu klären wäre deshalb unter anderem, ob die Unternehmensführung von den Beschwerden wusste, ob diese untersucht wurden und welche Konsequenzen daraus möglicherweise gezogen wurden.
Rassismusvorwürfe hatte es im NVG-Komplex bereits gegen Heiko Schaufert gegeben. Er räumte selbst ein, einen ausländischen Kollegen rassistisch bezeichnet zu haben, erklärte aber, sich später bei ihm entschuldigt zu haben. Die neuen Hinweise werfen nun die Frage auf, ob diskriminierende Äußerungen innerhalb der NVG über diesen bekannten Einzelfall hinausgingen.
Politisch erhält der Vorgang durch die SPD-Mitgliedschaft der nun beschuldigten Person zusätzliche Aufmerksamkeit. Im NVG-Komplex wurde zuvor bereits über Sonderfahrten zugunsten der SPD und eine 5.000-Euro-Spende an einen SPD-Ortsverein berichtet. Die neuen Vorwürfe belegen jedoch weder ein Fehlverhalten der SPD noch eine Mitverantwortung der Partei. Die CDU bezeichnet den gesamten NVG-Komplex als „SPD-Skandal“ – das ist die politische Bewertung der CDU, nicht eine festgestellte Tatsache. JETZT den neuen Blaulichtreport Saarland WhatsApp-Kanal abonnieren und IMMER DIREKT auf dem Laufenden bleiben (hier klicken)



