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Neunkirchen. Glimpflich endete ein Unfall auf der Baustelle der Bliesterrassen am Montagmorgen, 15. Januar für den Fahrer eines 25 t schweren Radbaggers. Nur leichte Verletzungen zog sich der junge Mann zu, als sein Bagger auf der Willy-Brandt-Brücke umstürzte. Die sich anschließende Bergungsaktion, an der neben einer Kranfirma auch die Freiwillige Feuerwehr Neunkirchen beteiligt war, gestaltete sich als komplex und zeitaufwändig.

Ein Bauarbeiter war am Montagmorgen damit beschäftigt mit seinem Bagger Metallteile von einem Lastwagen auf der halbseitig für den Verkehr gesperrten Willy-Brandt-Brücke abzuladen. Am Ausleger des Baggers hingen gerade mit Ketten gesichert Metallteile, als dieser aus noch unbekannten Gründen zu kippen begann. Der tonnenschwere Bagger kippte zur Seite um und schlug mit der Fahrerkabine und der Schaufel auf dem Brückengeländer auf. Das stabile Metallgeländer hielt sowohl der Wucht des Aufpralls, als auch dem Gewicht des Baggers stand und gab nicht nach. Bei dem Unfall zersprangen fast alle Scheiben der großzügig verglasten Kabine des Baggers. „Der Baggerfahrer hatte großes Glück. Er wurde nur leicht verletzt und auch weder aus der Kabine hinausgeschleudert oder gar in ihr eingeklemmt“, so Feuerwehrsprecher Christopher Benkert. Selbstständig konnte er die beschädigte Kabine seiner Maschine verlassen und wurde umgehend von einem Arbeitskollegen in ein Krankenhaus gebracht. Andere Arbeiter riefen die Neunkircher Feuerwehr zu Hilfe. Nicht nur das der Bagger im Falle eines Nachgebens des Brückengeländers in die Blies zu stürzen drohte, auch bestand die Gefahr das aus der gekippten Maschine Dieselkraftstoff oder Hydrauliköl austreten und in die Blies fließen könnten.

Für den Löschbezirk Neunkirchen-Innenstadt löste die Leitstelle gegen 9:20 Uhr Alarm aus. Um ein Abstürzen in die Blies zu verhindern ließ die Feuerwehr den umgekippten Bagger von der Baufirma mit Gurten an einen schweren, dreiachsigen Muldenkipper anhängen und unterbaute die Maschine zusätzlich mit Holz. Dafür musste die Willy-Brandt-Brücke komplett für den Verkehr sowie auch für Fußgänger gesperrt werden. Trotz eindeutiger Absperrung versuchten aber immer wieder Passanten den Weg über die Brücke einzuschlagen, um Umwege zu vermeiden. Sie begaben sich damit nicht nur in den Arbeitsbereich der Hilfskräfte, sondern auch in einen unmittelbaren Gefahrenbereich. Durch die Polizei und den kommunalen Ordnungsdienst musste die Einhaltung der Absperrung überwacht werden. Aus dem Bagger auslaufende Betriebsstoffe nahmen die Feuerwehrleute direkt mit Bindemittel auf oder fingen sie mit Wannen auf. Dabei handelte es sich aber nur um Dieselkraftstoff, das Hydrauliksystem des Baggers wurde durch den Unfall nicht beschädigt.

Durch die Feuerwehr und das Bauunternehmen konnte der Bagger zwar für den Moment gesichert werden, für seine Bergung aber musste eine Spezialfirma mit zwei großen, 35 und 60 t schweren Autokränen anrücken. Die beiden Autokräne mit 50 und 95 t Hubkraft gingen links und rechts des verunglückten Baggers in Stellung. Um die Bergung des Baggers überhaupt erst zu ermöglichen wurden mit Hilfe eines der beiden Kräne zunächst die noch immer am Bagger hängenden Metallteile entfernt. Für das sich anschließende Aufrichten des Baggers wurden vom Korb der Drehleiter der Neunkircher Feuerwehr aus Ketten am Bagger selbst sowie dessen Arm angeschlagen. Durch ein koordiniertes Anheben beider Kräne konnte der Bagger behutsam wieder auf seine Räder gestellt werden. Ein zweites Mal wurde die Drehleiter der Feuerwehr zum Entfernen der Ketten vom Baggerarm nach der geglückten Bergung benötigt. Ihren Einsatz konnte die Neunkircher Feuerwehr gegen 13:40 Uhr beenden und die Unfallstelle an den Bauunternehmer übergeben.

Mit 20 Feuerwehrangehörigen und sechs Einsatzfahrzeugen befand sich der Löschbezirk Neunkirchen-Innenstadt rund vier Stunden lang auf der Willy-Brandt-Brücke im Einsatz.

Foto: Feuerwehr

 

 

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