An Saarbrücker Altstadtfest: Rollstuhlfahrerin bittet um Hilfe – Security reagiert nicht

Saabrücken – Ein kurzer Videoclip vom Saarbrücker Altstadtfest sorgt derzeit in den sozialen Netzwerken für zahlreiche Reaktionen. Darin schildert eine Frau, die auf einen Elektrorollstuhl angewiesen ist, wie sie an einer Terrorsperre scheitert und nach eigenen Angaben keine Möglichkeit erhält, den abgesicherten Bereich zu passieren.

Auf dem Video ist zu sehen, wie die Frau vor einer Fahrzeugsperre an einer Zufahrt steht. Nach ihrer Darstellung habe sie den dort eingesetzten Security-Mitarbeiter zuvor um Hilfe gebeten, damit die Sperre geöffnet oder eine Durchfahrt ermöglicht werden könne. Dies sei jedoch abgelehnt worden.

Anschließend spricht sie den Sicherheitsmitarbeiter erneut an und fordert eine Erklärung. Der Mann bleibt auf seinem Stuhl sitzen und reagiert im Video nicht auf die wiederholten Rufe der Frau. Die Aufnahme endet mit den Worten: „Piss-schönen Tag“, die sie dem Mitarbeiter hinterherruft.

Besonders brisant: Die Frau wollte keineswegs in einen gesperrten Sicherheits- oder VIP-Bereich gelangen. Die Sperre befindet sich an einem grundsätzlich frei zugänglichen Weg und dient ausschließlich dem Schutz vor Fahrzeugen. Die eingesetzte „Armis One“-Terrorsperre kann innerhalb weniger Sekunden abgesenkt werden, sodass Rollstuhlfahrer, Lieferfahrzeuge oder Einsatzkräfte sie passieren können. Ebenso schnell lässt sie sich anschließend wieder hochfahren. Genau das, so der Vorwurf der Frau, sei ihr trotz Bitte an den Sicherheitsdienst verwehrt worden.

Das Video veröffentlichte die Frau anschließend auf Instagram. Dazu schrieb sie: „So viel zum Thema #inklusion und #barrierefreiheit auf unserem ach so tollen #altstadtfest in #saarbrücken.“ Der Beitrag wurde innerhalb kurzer Zeit vielfach angesehen und kommentiert. Zahlreiche Nutzer äußerten Unverständnis darüber, dass eine Rollstuhlfahrerin nach eigenen Angaben an einer Sicherheitsmaßnahme scheiterte und sich nicht unterstützt fühlte.

Auch die Landeshauptstadt Saarbrücken reagierte öffentlich auf den Beitrag. Unter dem Instagram-Post schrieb die Stadt: „Danke für den Hinweis, das hätte einfach passieren dürfen. Unsere Kolleginnen und Kollegen werden alle Securities nochmal briefen.“ Damit räumt die Stadt ein, dass der geschilderte Vorfall nach ihrer Einschätzung nicht hätte passieren dürfen.

Ob es sich um einen Einzelfall handelte oder künftig weitere Maßnahmen zur Verbesserung der Barrierefreiheit und der Kommunikation mit Sicherheitsdiensten getroffen werden, ist bislang nicht bekannt. JETZT den neuen Blaulichtreport Saarland WhatsApp-Kanal abonnieren und IMMER DIREKT auf dem Laufenden bleiben (hier klicken)

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